Druck durch Wahl
Offener US-Wahlausgang belastet europäische Börsen

Pharma- und Tabak-Werte legten zwar zu, doch Technologiewerte gerieten unter Druck.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch auf Grund des weiterhin ungewissen Ausgangs der US-Präsidentenwahlen überwiegend leichter geschlossen. Während Aktien von Pharma- und Tabakkonzernen in Erwartung eines Wahlsiegs des texanischen Gouverneurs George W. Bush zulegten, gerieten die Banken- und Technologiewerte unter Druck. Experten gingen davon aus, dass die von Bush angekündigten Steuersenkungen den Konsum anheizen werden. Die daraus resultierenden Inflationsgefahren setzten jedoch gleichzeitig die Finanzwerte unter Druck. Unterdessen ist das Ergebnis im wahlentscheidenden Bundesstaat Florida weiter offen. Auf Grund eines Unterschiedes von wenigen hundert Stimmen zwischen den beiden Kandidaten wurde am Mittwoch eine nochmalige Auszählung angeordnet. Die Auszählung kann nach Angaben des Wahlleiters möglicherweise bis Donnerstagnachmittag dauern. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte 0,2 Prozent schwächer auf 4894 Punkten, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 5055 Punkten lag.

LONDON - Pharmawerte beflügeln FTSE

Die Londoner Börse hat dank Kursgewinnen von Pharmaaktien fester geschlossen. Der FTSE stieg 0,2 Prozent auf 6477,40 Punkte. SmithKline Beecham verbesserten sich um 2,6 Prozent, während Glaxo Wellcome um 2,8 Prozent zulegten. Händler führten den Anstieg auf die Aussicht auf einen Wahlsieg von George W. Bush zurück. Ebenfalls zulegen konnten British American Tobacco (BAT) , da Händlern zufolge erwartet wird, dass ein möglicher Wahlsieger Bush weniger energisch gegen die Tabak-Konzerne vorgehen wird. Die Aktien zog um 5,4 Prozent auf 505.8 Pence an.

ZÜRICH - Leichter - Swisscom unter Druck

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch mit Verlusten geschlossen. Der SMI verlor 0,2 Prozent auf 8102,60 Zähler. Die Ungewissheit über den Ausgang der US-Wahlen hat Händlern zufolge den ohnehin schwachen Handel belastet. Swisscom büßten 4,6 Prozent auf 442,50 sfr ein. Swisscom verkaufe Vodafone die Beteiligung an seiner Mobilfunktochter zu billig, begründeten Händler das Minus. Dagegen konnten die Pharmawerte Roche und Novartis zulegen. Roche stiegen um 0,7 Prozent und Novartis kletterten um 1,3 Prozent.

PARIS - Index schließt niedriger

In Paris hat der Aktienmarkt am Mittwoch im Minus geschlossen. Das Börsenbarometer fiel um 0,7 Prozent auf 6336,03 Zähler. Hier sorgte Händlern zufolge die Unsicherheit über den Wahlausgang für Gewinnmitnahmen. Die Technologie-Titel, von denen erwartet wurde, dass sie von einem Wahlsieg Bushs profitieren könnten, gaben nach. Bouygues France Telecom fielen um 3,5 Prozent auf 115,40 Euro. Pharma-Werte wie Aventis oder Sanofi-Synthelabo konnten dagegen um 2,8 Prozent auf 86,40 Euro beziehungsweise um 0,5 Prozent auf 62,85 Euro zulegen.

MAILAND - Leichter wegen US-Wahl

Die italienischen Aktienwerte gaben am Mittwoch in Erwartung des Wahlausgangs in den USA nach. Der Mib30 büßte 0,4 Prozent auf 48.326 Punkte nach. Die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentenwahl belastete Händlern zufolge den Markt. Zu den Verlierern gehörten am Mittwoch die Telekomwerte. Telecom Italia fielen 1,2 Prozent und Tim verloren 2,1 Prozent.

MADRID - Bankentitel belasten Index

An der Börse in Madrid belastete die Kursschwäche der Bankenaktien den Gesamtmarkt. Der Ibex verlor 0,8 Prozent auf 10.488,4 Zähler. Die Sorgen um die Wirtschaftslage in Argentinien belaste die Bankenwerte, da die spanischen Institute dort stark engagiert seien, sagten Händler. Banco Santander Central Hispano verloren 2,1 Prozent auf 11,60 Euro, während Banco Bilbao Vizcaya Argentaria 2,7 Prozent auf 15,92 Euro einbüßte. Zu den Gewinnern gehörte Zeltia, nachdem das Pharmaunternehmen den Start von klinischen Tests für ein Medikament bekannt gegeben hatte. Die Titel legten um 2,1 Prozent auf 23,79 Euro zu.

AMSTERDAM - Praktisch unverändert

Die niederländischen Aktienwerte schlossen am Mittwoch praktisch unverändert. Der AEX legte um 0,1 Prozent auf 688,30 Punkte zu. Viele Anleger hielten sich zurück, um das Ergebnis der US-Präsidentenwahl abzuwarten, sagten Börsianer. Vendex, der große Verlierer vom Dienstag, zeigte sich wieder erholt und lag mit einem Plus von 3,9 Prozent auf 14,80 Euro an der Spitze der Gewinner im Index. Dagegen gaben die Technologiewerte Philips um 0,7 Prozent auf 45,28 Euro und UPC um 3,6 Prozent auf 20,12 Euro nach.

WIEN - ATX knapp behauptet

Die österreichischen Aktienwerte haben den Handel nach Verlusten der Technologiewerte knapp behauptet beendet. Der ATX gab 0,2 Prozent auf 1125,73 Zähler nach. Insgesamt sei das Geschäft bei geringen Umsätzen ruhig verlaufen, sagten Händler. Die Titel des Internet-Wettbüros BETandWIN setzten ihre Talfahrt fort und verloren 3,6 Prozent auf 8,15 Euro. Die Aktien des Telekomanbieters Cybertron gaben 3,8 Prozent auf 11,35 Euro nach.

BRÜSSEL - Bei geringen Umsätzen leicht im Minus

In Brüssel schlossen die Aktienwerte bei geringen Umsätzen leichter. Der Bel20 gab um 0,3 Prozent auf 3174,01 Punkte nach. Marktbeobachtern zufolge warteten Anleger mit einem Engagement den Ausgang der US-Wahlen ab. Das Börsenschwergewicht Fortis büßte 0,3 Prozent auf 36,25 Euro ein. Händlern zufolge gebe es für den Titel eine Widerstandslinie bei 37 Euro, die schwer zu überwinden sein werde.

STOCKHOLM - Index dank Ericsson unverändert

Die Stockholmer Börse hat am Mittwoch praktisch unverändert geschlossen. Der OMX notierte mit einem Plus von 0,04 Prozent bei 1174 Punkten. Börsenschwergewicht Ericsson hielt Händlern zufolge den Index mit einem Zuwachs von 1,50 skr auf 128 skr stabil. Die Aktien des Wettbewerbers Nokia gaben dagegen um 0,50 skr auf 414,50 skr nach.

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