Drucker werden zur Konkurrenz für Fotolabore: Neue Verfahren verbessern den Tinten-Druck

Drucker werden zur Konkurrenz für Fotolabore
Neue Verfahren verbessern den Tinten-Druck

Obwohl der Markt für Digitalkameras und Scanner boomt, zögern viele Verbraucher noch, von ihren digitalen Bildern auch Ausdrucke zu machen.

HB MÜNCHEN. Digitalfotografen drücken zwar bis zu viermal häufiger auf den Auslöser als Filmfotografen, doch bei der Bildausgabe hinken sie noch weit hinterher. Nicht ohne Grund: Bisher sind Tintenstrahldrucker nämlich in der Regel limitiert auf den so genannten Standard Color Space - einen Farbraum, mit dem Computerbildschirme ihr Farbmanagement betreiben. Lediglich die am Bildschirm sichtbaren Farben sollen so gut wie möglich auf das Papier gebracht werden. Somit führen Schwächen der Monitore - etwa in der Wiedergabe von stark gesättigten Blau- oder Grünbereichen - dazu, dass gar nicht alle vom Drucker darstellbaren Farben genutzt werden.

Zwei neue Technologien sollen nun die Besitzer von Digitalkameras zum Ausdrucken ihrer Bilder überzeugen. Die Verfahren namens Vivid Photo und Advanced Precision Color Distribution (APCD) sorgen nach Angaben von Canon für schnellere Ausdrucke bei zugleich verbesserter Qualität. Canon will mit der Qualitäts- und Temposteigerung schlummernde Potenziale beim Inkjet-Druck heben. Das neue Vivid-Photo-Verfahren übergeht einfach die beschränkten Möglichkeiten des Monitors. Es analysiert die Druckdaten und passt die Farbbereiche den tatsächlichen Möglichkeiten des Printers an. Nachdem der Druckertreiber aktiviert wurde, läuft die Bildoptimierung selbstständig im Hintergrund ab.

Das stellt auch bisherige Technologien zur Bildoptimierung in den Schatten: Epsons Natural Photo Colour oder die von Hewlett-Packard angewandte Sättigungsregelung führen lediglich bei bestimmten Farben zu einer Farbraumerweiterung. Verfahren, die nur bestimmte Farben satter erscheinen lassen, wirken sich mitunter sogar negativ auf die Farbbalance eines Motivs aus. Auch die generelle Farbverstärkung hat Tücken: Speziell bei Porträtfotos fällt es unangenehm auf, wenn Farben kräftiger werden, die eigentlich keiner Steigerung bedurft hätten. Vivid Photo verstärkt nach Canons Angaben hingegen die Farbwiedergabe nur bei den so genannten natürlichen Farben, ohne die Farbbalance zu beeinflussen.

Neue Gestaltung des Druckkopfes

Damit die hohe Bildqualität auch bei steigender Druckgeschwindigkeit gewährleistet bleibt, hat Canon die "Advanced Precision Color Distribution" entwickelt. Die Technik beruht auf einem innovativ gestalteten Druckkopf, der den aktiven Druckbereich vergrößert und die Auflösung erhöht. Da ein großer Druckkopf allein kein Garant ist für hohes Drucktempo, steht bei APCD die präzise Dosierung der Tinten im Vordergrund. Im üblichen "multi-pass"-Verfahren wird die Tinte in mehreren Durchgängen aufgetragen. Das soll sicherstellen, dass nichts verläuft und der Druck streifenfrei bleibt. Nachteil: Es dauert recht lange.

Schnellere Druckverfahren, bei denen die Tinte bi-direktional aufgetragen wird, führten bisher zu Qualitätseinbußen. Denn beim bi-direktionalen Farbauftrag kehrt sich mit jeder Richtungsänderung des Druckkopfes auch die Reihenfolge des Farbauftrags um. Die Folge sind oft unschöne Farbübergänge und Farbverfälschungen. Wegen der unterschiedlichen Trockenzeiten ist besonders zwischen Schwarztinte und Farbtinten ein Verlaufen zu beobachten. Ärgerlich war bisher auch, dass zuweilen die Farbgebung von Druckzeile zu Druckzeile variierte.

Mit APCD sollen diese Mängel der Vergangenheit angehören: Die Düsen für die schwarze Druckfarbe wurden im Abstand von genau einer Druckzeile von den Farbdüsen angeordnet. So wird erreicht, dass die Schwarztinte beim Auftrag der Farbtinte bereits abgetrocknet ist und nicht mehr verlaufen kann. Eine zweite Neuheit ist der Farbauftrag mit zwei Farbdüsengruppen, deren Reihenfolge gegeneinander vertauscht ist. So ist die Reihenfolge des Farbauftrags in jeder Richtung identisch. Lästige Streifen sollen so vermieden werden.

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