DSF zeigt Sonntagsspiele
Sportschau-Comeback unter Dach und Fach

Die TV-Verträge sind unter Dach und Fach: Die Fußball-Bundesliga kehrt endgültig in die ARD zurück - und der TV- Vertrag des DSF über die beiden Sonntag-Spiele ist unterschrieben.

HB/dpa HANNOVER. "Von der kommenden Spielzeit an wird es nach mehr als einem Jahrzehnt wieder eine Sportschau mit ausführlichen Berichten von der höchsten deutschen Spielklasse samstags im Ersten geben", teilte die ARD - Pressestelle mit. Die ARD einigte sich am Freitag mit dem Rechteinhaber Infront über einen Vertragsabschluss, der die Erstrechte der sieben Samstagsspiele sowie zwei Live-Spiele pro Saison umfasst.

Sicherheiten für die weitere Zukunft ihrer mit Abstand wichtigsten Einnahmequelle haben die Profi-Clubs allerdings auch weiterhin nicht. Denn für die beiden Spielzeiten 2004/2005 und 2005/2006 gibt es lediglich Optionen.

"Was in einem Jahr sein wird, kann ich derzeit nicht beurteilen", sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. "Sicher ist es so, dass dieses Jahr die 290 Mill. Euro nicht erreicht werden." Diese Garantiesumme muss Rechteinhaber Infront an die Liga zahlen. Doch die Agentur kann sie womöglich aus der Summe der Einzelverträge mit den TV-Sendern nicht refinanzieren.

Im Vergleich zur abgelaufenen Saison kassiert Infront rund 30 Prozent weniger aus der Erstverwertung im frei empfangbaren Fernsehen. Statt 80 Mill. Euro von Sat.1 gibt es von ARD und DSF zusammen nur rund 55 Mill.. "Ob wir die Option wahrnehmen, ist noch nicht geklärt", hieß es dazu bei Infront. Entscheidend wird sein, ob Infront den Rückgang im Auslands- und Onlinegeschäft ausgleichen kann.

Jobst Plog, ARD-Vorsitzender, zeigte sich zufrieden: "Nach harten Verhandlungen sind wir zu einem fairen Ergebnis gekommen. Die ARD zahlt deutlich weniger für die Highlight-Berichterstattung als bislang Sat.1 - und das für ein so hoch attraktives Programm wie die Bundesliga." Für die Gebührenzahler entstehe keine zusätzliche Belastung. Plog: "Wir werden die Bundesliga-Rechte in jedem Fall vollständig abdecken: durch Werbung, durch eingesparte Kosten für das Programm, das derzeit samstags am Vorabend läuft, und durch Weitergabe von Fußballrechten."

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) versucht sich trotz der auch für sie quälenden Situation der vergangenen Wochen optimistisch zu geben. "Wir gehen davon aus, dass der Vertrag stabil ist", sagte DFL - Geschäftsführer Wilfried Straub. Die Abmachung mit der Infront AG und ihrer Tochtergesellschaft Buli GmbH sieht eine knapp zehnprozentige Steigerung in den Folgejahren vor.

Das Problem der DFL: Wenn Infront den Vertrag nicht für zwei Jahre verlängert, fallen die Rechte zwar an die Liga zurück, doch nicht alle Verträge mit den TV-Sendern wären dann noch gültig. Die Liga hätte statt garantierter Einnahmen dann das Risiko zu tragen und müsste sich selbst um Vermarktung kümmern. Offen ist zudem, welche Auflagen die Wettbewerbskommission der EU der Liga auferlegt.

Der Sparzwang für die Vereine ist schon jetzt unverkennbar. Denn statt der ursprünglich einmal von Kirch-Sport zugesicherten 460 Mill. Euro gibt es in der kommenden Saison ohnehin nur 290 Mill., die dann an die Clubs der 1. und 2. Liga verteilt werden.

"Ich hoffe, dass die Wirtschaft wieder anspringt", so Mayer- Vorfelder, "ich glaube nicht, dass es weiter nach unten gehen wird." Wie die DFL-Vertreter verweist der DFB-Chef auf die wachsende Bedeutung der Bundesliga-Rechte auf Grund der WM 2006 in Deutschland und sagt: "Die Bundesliga ist ein werthaltiges Produkt."

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