DSGV-Präsident hält betriebsbedingte Kündigungen für möglich
Sparkassen ringen um die richtige Strategie

„Sparkassen sind keine Übernahmekandidaten,“ sagte der DGSV-Präsident Hoppenstedt bei einem Handelsblattforum in Berlin. Der steigende Wettbewerbsdruck macht sich auch bei den Sparkassen bemerkbar und so kann auch Hoppenstedt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen.

cd BERlIN. "Sparkassen sind keine Übernahmekandidaten," sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Dietrich H. Hoppenstedt, bei einem Handelsblattforum in Berlin. Die Großbanken seien mit ihrem Plan gescheitert, mit ihre Brüsseler Klage die Sparkassenorganisation zu schwächen und anschließend Sparkassen zu übernehmen. Vergangene Woche hatten Berlin und Brüssel die letzten Details der Abschaffung der Staatsgarantien geklärt.

Hoppenstedt sieht vielmehr für die privaten deutschen Banken eine wachsende Gefahr, übernommen zu werden. Sie gerieten bei der Konsolidierung des europäischen Bankenmarktes wegen ihrer vergleichsweise niedrigen Profitabilität zunehmend ins Visier besser kapitalisierter ausländischer Wettbewerber.

Der steigende Wettbewerbsdruck trifft allerdings auch die Sparkassen. "Die Bedrohung steigt", sagte der Vorstandschef der Stadtsparkasse Hannover, Harald Quensen, vor allem durch Strukturvertriebe, Broker oder Internetfinanzierer. Einigkeit herrscht in der Sparkassenorganisation darüber, deshalb die Arbeitsteilung zu verbessern. Schließlich könnten allein durch eine Vereinheitlichung der Prozesse aller 537 Sparkassen deren Kosten halbiert werden, sagen Experten. Streit gibt es aber über die optimale Arbeitsteilung, vor allem zwischen DSGV und G 8, dem Zusammenschluss von acht Großsparkassen. So setzt Hoppenstedt auf neue Spitzeninstitute nach dem Vorbild des Fondsabwicklers DGZ-Deka sowie Landesbanken als Bankfabriken der Sparkassen. Voraussetzung sei, dass die Landesbanken untereinander zu einer vernünftigen Arbeitsteilung kommen.

Das die Landesbanken einigungsfähig sind, bezweifelt Quensen. Seine Sparkasse gehört zur G 8. Er verweist auf die Wertpapierabwicklung. Dort konkurrierten fünf Landesbanken, von denen vier weiter in ihr System investierten. Sinnvoll sei aber nur ein Abwickler.

Quensen forderte zudem die Zusammlegung der zehn Landesbausparkassen. "Wir brauchen nur eine LBS." Schließlich kämen die konkurrierenden Genossenschaftsbanken ebenfalls hervorragend mit einer Schwäbisch Hall aus. Geht es nach den Vorstellungen der G 8, so werde die eine LBS eine vollständige Tochter der Sparkassen, nach dem Vorbild der Deutschen Leasing. Landesbanken sollten draußen bleiben. Dies verhindere Interessenkonflikte. Quensen verwies auf die DGZ-Deka, die je zur Hälfte den Landesbanken und den Sparkassen gehören. So scheide beispielsweise aus Verbundinteressen die von der G 8 gewünschte Übertragung des Wertpapierresearch für Topkunden auf den Fondsspezialisten aus.

Zudem wehren sich die Großsparkassen gegen Hoppenstedts Plan, verbundeigene neue Spitzeninstitute für bestimmte Aufgaben aufzubauen. Quensen verwies auf die DGZ-Deka oder LBS. Es sei sinnlos, wenn die Sparkassen, welche durch ihre Vertriebsstärke den Erfolg solcher Institute erst ermöglichten, später hohe Summen für den Kauf der Anteile ausgeben müssten.

Hoppenstedt schließt nicht aus, dass es im Rahmen der Umstrukturierungen bei Sparkassen zu betriebsbedingten Kündigungen kommen kann.

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