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DSGV widerspricht DIW-Gutachten zur Privatisierung von Sparkassen

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hat einem vorab öffentlich bekannt gewordenen ...

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hat einem vorab öffentlich bekannt gewordenen DIW-Gutachten zu den Entwicklungsperspektiven des deutschen Bankensektors widersprochen. Der Grundfehler des Gutachtens sei, dass Leistungsfähigkeit des Bankenmarktes und hohe Gewinne privater Bankkonzerne gleichgesetzt werden. Erfolgskriterien für den Bankenmarkt seien Stabilität, Wettbewerbsintensität und ein flächendeckendes kreditwirtschaftliches Angebot. Für die Erträge müssten die Banken selbst durch erfolgreiche Kundenorientierung und effizientes Kostenmanagement sorgen. Hier lägen die Defizite der Bankkonzerne.
Das DIW analysiere richtig, dass in Deutschland für die mittelständischen Unternehmen eine gesicherte Versorgung mit Bankkrediten entscheidend ist. Dies werde durch Sparkassen und Landesbanken gewährleistet. Eine Privatisierung von Sparkassen werde zu einer Einschränkung von Wettbewerb führen und die Finanzierung des Mittelstandes gefährden.
Das DIW hebe zu Recht die hohe Stabilität des deutschen Bankenmarktes hervor. Diese Stabilität gehe ganz entscheidend auf die unterschiedlichen Geschäftsphilosophien von Sparkassen, Genossenschaftsbanken und privaten Bankkonzernen zurück. Es sei gut für Deutschland, dass nicht alle Kreditinstitute ausschließlich den Vorgaben der internationalen Finanzmärkte folgen. Die Politik dürfe nicht ihren Gestaltungswillen aufgeben, indem sie alles den Wünschen der Kapitalmärkte unterordne. Es gehe um Vielfalt im Wettbewerb, Kapitalmarktmonotonie führe in die Sackgasse. Die 50 Millionen Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe vertrauten darauf, dass die deutsche Politik und das Bundesfinanzministerium das Interesse der Kunden bei der Diskussion um den Bankenmarkt stärker berücksichtigten als die Gewinninteressen weniger privater Großbanken.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 30.04.2004

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