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DSW begrüßt Einigung bei Karstadt-Quelle - Kapitalerhöhung 'wenig attraktiv'

Aktionärsschützer haben die Einigung zwischen dem angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzern begrüßt, zugleich aber die Konditionen der geplanten Kapitalerhöhung als "wenig attraktiv" bezeichnet.

dpa-afx FRANKFURT. Aktionärsschützer haben die Einigung zwischen dem angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzern begrüßt, zugleich aber die Konditionen der geplanten Kapitalerhöhung als "wenig attraktiv" bezeichnet. "Es ist wichtig, dass die Sanierung voran kommt, aber es bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen tatsächlich ausreichen", sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Freitag.

Für Karstadt-Quelle sei es auch ein wichtiger Punkt, dass Großaktionäre wie der Pool Madeleine Schickedanz oder die Allianz bereit seien, die Kapitalerhöhung mitzutragen. Allerdings würde sich dadurch auch deren Stimmrechtsanteil erhöhen, was wiederum zu einer Verwässerung der Besitzlage führe. "Ich glaube nicht, dass sich viele Privatanleger an der Kapitalerhöhung beteiligen werden. Dazu sind die Konditionen viel zu unattraktiv", sagte Kurz. Hinzu komme, dass es auch die weitere Zukunft des Konzerns schwer abzuschätzen sei.

'Konditionen Viel ZU Unattraktiv'

Karstadt-Quelle hatte sich am Donnerstag nach einem Verhandlungsmarathon mit den Gewerkschaften auf Einschnitte beim Personal geeinigt und zugleich eine Kapitalerhöhung angekündigt. Um mindestens 500 Mill. Euro einzunehmen wollen die Essener rund 93 Mill. neue Aktien ausgegeben. Für acht alte können sieben neue Aktien bezogen werden. Um den angepeilten Emissionserlös zu erreichen, muss der Bezugspreis bei mindestens 5,38 Euro liegen. Aktuell notiert die Aktie bei 10,63 Euro. Das Bankenkonsortium wiederum garantiert nur 4 Euro je Aktie.

An den Börsen begab sich die Karstadt-Quelle-Aktie am Freitag auf Talfahrt. Analysten zeigten sich angesichts der Konditionen enttäuscht. Diese seien schlechter als erwartet, hieß es. Die HVB befürchtet eine Gewinnverwässerung von 80 Prozent und senkte genauso wie die Deutsche Bank das Kursziel für die im MDax notierte Aktie. Der Kurs gab daraufhin mehr als zehn Prozent ab.

Kursverluste Auch AUF Negative Bankenkommentare Zurückzuführen

DSW-Experte Kurz führte die Kursverluste auch auf die negativen Bankenkommentare zurück. "Das schürt die Angst, dass die Kapitalerhöhung nicht in dem Umfang kommt, wie geplant. Und Karstadt-Quelle braucht das Geld." Zur Not müsste dann mit den Gewerkschaften nachverhandelt werden. "Ich glaube aber nicht, dass die bereit sind, weitere Einschnitte hinzunehmen", sagte Kurz.

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