DSW: "Corporate Governance Kodex" wird schleppend umgesetzt: Gewerkschafter sollen Sitze in Aufsichtsräten räumen

DSW: "Corporate Governance Kodex" wird schleppend umgesetzt
Gewerkschafter sollen Sitze in Aufsichtsräten räumen

Gewerkschaftsfunktionäre sollten nach Ansicht von Aktionärsschützern ihre Plätze in den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen räumen.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Sie hätten einen klaren Interessen-Konflikt, da die Organisation von Streiks zu ihren Pflichten gehöre, kritisierte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Mittwoch in Frankfurt. Stattdessen sollten Arbeitnehmervertreter aus den Firmen selbst in die Kontrollgremien einrücken, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Die Mitbestimmung stehe daher nicht in Frage.

Viele Firmen kämen den im "Corporate Governance Kodex" geforderten Leitlinien für mehr Transparenz nur zögerlich nach, kritisierte der Verband für Privatanleger. Nur vier der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX) hätten bislang den gesamten Kodex anerkannt. Dieser sieht unter anderem vor, die Bezüge der Vorstandsmitglieder einzeln aufzuführen.

Die immer geringere Präsenz von Aktionären bei Hauptversammlungen erhöhe die Gefahr von Zufallsmehrheiten, beklagte die DSW. Wichtiges Thema bei den diesjährigen Versammlungen sei der enttäuschende Kursverlauf 2002. Seit dem Höhepunkt des Aktienbooms im Frühjahr 2000 hätten Anleger in Deutschland mehr als 1000 Mrd. ? verloren. Bei den 1000 geplanten Besuchen auf Hauptversammlungen kündigte die DSW kritische Fragen an. Bei der Deutschen Telekom wolle sie wegen "Unprofessionalität beim Wechsel an der Unternehmensspitze" gegen die Entlastung des Aufsichtsrats stimmen. Bei der Allianz seien "Versäumnisse im Zusammenhang mit der Übernahme der Dresdner Bank" zu hinterfragen.

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