DSW kritisiert Münchener Rück-Angebot
Ergo könnte aus dem MDax fallen

Die Ergo Versicherungsgruppe AG, Düsseldorf, erwartet nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Lothar Meyer, als Folge des kombinierten Kauf- und Tauschangebotes der Münchener Rückversicherungs AG-Gesellschaft aus dem MDax zu fallen. Ein Delisting sei aber nicht im Gespräch, sagte Meyer am Donnerstag auf der Hauptversammlung.

vwd DüSSELDORF. Am 24. Juli werde das Ergebnis des noch bis 19. Juli geltenden Angebotes der Münchener Rück, zwei Ergo-Aktien in eine Aktie der Münchener Rück plus Barzuzahlung von 18 EUR zu tauschen, bekannt gegeben. Bis zum 20. August soll der Umtausch technisch abgewickelt werden. Die Münchener Rück will so ihre Beteiligungsquote auf 95 (62,9) Prozent aufstocken.

DSW kritisiert Angebot der Münchener Rück



"Das Angebot der Münchener Rück ist nicht fair, denn es spiegelt die hervorragenden Zukunftschancen und Positionierung der Ergo mit ihren gut gefüllten Taschen in keiner Weise wider", kritisierte Jörg Pluta, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Er forderte die Münchener Rück auf, die Barkompenente des Angebotes kräftig aufzustocken. Die Ergo-Aktionäre sollten das Angebot nicht annehmen. Wenn der Free Float allerdings durch die Annahme unter 25 % sinke und damit Ergo aus dem MDax genommen werde, gebe es für die Verbleibenden keinen vernünftigen Kurs, keine vernünftige Dividende und nur noch die Hoffnung auf ein Abfindungsangebot der Müchener Rück.

Herbert Hansen von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre nannte das Angebot hingegen fair und riet zur Annahme. Durch die Neuordnung in einem Konzern mit der Münchener Rück werde die Exklusivkooperation mit der Hypo-Vereinsbank mit exzellenten Entwicklungschancen in Deutschland wie im europäischen Ausland dauerhaft möglich, sagte Meyer. Er warte, dass der Anteil des Bankvertriebes, der gegenwärtig zwischen zehn und 15 % am Neugeschäft ausmachen, deutlich ausgebaut werden könne. Ergo verfüge damit über 19 Millionen Kunden in Deutschland und über 30 Millionen im Ausland. Ergo selbst zählt eigenen Angaben zufolge über 15 bzw. 25 Millionen Kunden in Deutschland bzw. Europa.

Darüber hinaus wurden keine detaillierten Angaben über die erwarteten Vorteile durch den Zusammenschluss von Münchener Rück, Hypo-Vereinsbank und Ergo gemacht. Ergo war erst 1998 als Zusammenschluss von Hamburg-Mannheimer, DKV, Victoria und D.A.S. an die Börse gebracht worden. Wie am Rande der Hauptversammlung zu hören war, wird die Münchener Rück Ergo schon allein aus steuerlichen Gründen nicht vollständig übernehmen. Bei einer Übernahme fiele Grunderwerbssteuer auf den Immobilienbesitz der Gruppe an. Die Hypo-Vereinsbank hält fünf Prozent der Ergo-Aktien. Ein "squeeze out" wäre, würden die angedachten Beteiligungsquoten vom Gesetzgeber auch tatsächlich umgesetzt, so nicht möglich.

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