DSW will Geschäfte von Sybille Schmid durchleuchten
Sonderprüfung verzögert Neuanfang bei Mobilcom

Der Ausstieg des Firmengründers Gerhard Schmid aus der am Neuen Markt notierten Mobilcom AG wird sich möglicherweise weiter verzögern.

lip HAMBURG. Der Grund: Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will auf der Hauptversammlung des Mobilfunk-Dienstleisters am kommenden Donnerstag einen Antrag auf Sonderprüfung stellen. Außerdem will sie dem Vorstand und dem Aufsichtsrat die Entlastung verweigern.

Die Sonderprüfung soll klären, ob die Ehefrau des Vorstandsvorsitzenden, Sybille Schmid-Sindram, mit Geld des Mobilfunkkonzerns den Kauf eines Aktienpakets an dem Büdelsdorfer Unternehmen finanziert hat. Schmid-Sindram soll im vergangenen Jahr über die von ihr kontrollierte Millennium GmbH rund 6 % der Mobilcom-Aktien erworben haben.

Mit dem Antrag will die Aktionärsvereinigung Vorstand und Aufsichtsrat bewegen, die Ergebnisse eines Gutachtens zu veröffentlichen, das das Unternehmen bei der Wirtschaftsprüfergesellschaft BDO Warentreuhand in Auftrag gegeben hat. "Legt Mobilcom die Hintergründe nicht offen, dann ist eine Sonderprüfung unvermeidbar", sagte ein DSW-Sprecher dem Handelsblatt. Auf diesem Wege will die Aktionärsvereinigung dann feststellen, ob und in welcher Höhe dem Telefonunternehmen durch die Transaktion Substanz entzogen wurde und den Kleinaktionären hierdurch ein finanzieller Schaden entstanden ist.

Die Sonderprüfung dürfte mehrere Wochen beanspruchen und könnte den geplanten Verkauf des 40-prozentigen Mobilcom-Aktienpakets von Gerhard Schmid an ein Bankenkonsortium blockieren.

Mobilcom hält sich vorläufig bedeckt. "Der Aufsichtsrat muss erst beschließen, ob das Gutachten veröffentlicht wird", sagte ein Firmensprecher auf Anfrage. Der Börsenkurs von Mobilcom fiel gestern um gut zwei Prozent auf 16 Euro.

Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, wollen der Mobilcom-Großaktionär France Télécom und der Vorstandsvorsitzende Schmid ihre monatelange Auseinandersetzung nun möglicherweise über ein Schiedsgerichtsverfahren beilegen. Danach soll ein dreiköpfiges Richtergremium die Differenzen klären. Dies weist Mobilcom allerdings zurück. "Ein Schiedsgerichtsverfahren ist derzeit nicht in Vorbereitung", sagte ein Firmensprecher.

Quelle: Handelsblatt

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