DSW will Vorstand bei der kommenden Hauptversammlung notfalls die Entlastung verweigern
Schutzvereinigung fordert indirekt Abberufung des EM.TV-Vorstands

dpa-afx DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat sich indirekt für eine Abberufung der Führungsspitze des krisengeschüttelten EM.TV-Konzerns ausgesprochen. "Ein Vorstand, der derart das Vertrauen der Anleger missbraucht, ist aus Sicht der DSW nicht mehr tragbar", erklärte die Vereinigung am Donnerstag in Düsseldorf. Der Aufsichtsrat müsse schnellstmöglichst Konsequenzen ziehen. Es gehöre auch zu den Aufgaben eines Aufsichtsrats, Vorstandsmitglieder gegebenenfalls abzuberufen. Notfalls werde die DSW auf der nächsten EM.TV-Hauptversammlung dem Vorstand die Entlastung verweigern.

Im Fall EM.TV sei "die Liste der Verfehlungen endlos", kritisierte die DSW. Neben gravierenden Planabweichungen seien die Aktionäre offensichtlich auch irregeführt worden. Ein funktionierendes Controlling habe entweder nicht existiert oder es sei "vollkommen desolat" gewesen. Die Vereinigung übte auch scharfe Kritik an der Bilanzierungspraxis bei der EM.TV & Merchandising AG.

Die "Spitze des Eisbergs" sei die Verletzung des Konsortialvertrages durch EM.TV-Chef Thomas Haffa. Dieser hatte eingeräumt, vor knapp einem Jahr Aktien verkauft zu haben, ohne die WestLB als Konsortialbank darüber schriftlich zu informieren. Dies wäre aber laut Börsenprospekt notwendig gewesen.

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