Du-Pont führen die Gewinnerliste im Dow an
US-Börsen: Unsicherheit um Enron-Pleite legt sich

Nach oben tendierten die Kurse an den amerikanischen Börsen zum Wochenbeginn. Händler halten die Unsicherheit der Anleger nach der Pleite des US-Energiehändlers Enron für übertrieben und zudem erst einmal für überwunden - "Ich glaube nicht, dass es allzu viele Konzerne darauf angelegt haben, ihre Anleger zu täuschen", sagt Josh Brooks, Fondsmanager bei Delaware Investments in Philadelphia. Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung bei Enron hatten zu einem großen Vertrauensverlust geführt.

sfu/Bloomberg NEW YORK. Im Handelsverlauf gewann der Dow Jones-Index der 30 wichtigsten Industriewerte 0,9 % auf 9 836 Punkte. Der weiter gefasste Standard & Poor?s-Index legte um 0,6 % zu. Auch die technologielastige Nasdaq kletterte, jedoch nur um 0,6 %.

Der Verdacht unsauberer Bilanzen war zeitweise auch auf den Mobilfunkhersteller Qualcomm, den Elektronik-Hersteller Tyco und sogar auf den Netzwerkausrüster Cisco Systems gefallen. Die Aktien der drei Unternehmen hatten deshalb nachgegeben. Nun stiegen sie wieder, nachdem sich der Glaube an eine regelkonforme Buchführung mehr und mehr durchsetzte. Qualcomm gewannen im Handelsverlauf 6,2 %, Cisco 2,5 % und Tyco verteuerten sich um 6,5 %, nachdem sie am vergangenen Dienstag ein 52-Wochen-Tief markiert hatten.

Deutlich zulegen konnten auch die Werte des zweitgrößten US-Chemiekonzerns Du-Pont. Sie hielten sich mit plus 4,3 % stabil an der Spitze der Dow Jones-Werte. Du-Pont will sich bis Ende 2003 von seiner Nylon-Sparte und anderen weniger profitablen Bereichen trennen, um sich auf Wachstumssektoren konzentrieren zu können. Analysten reagierten positiv: Die Großbank Salomon Smith Barney verbesserte ihre Du-Pont-Bewertung von "Neutral" auf "Outperform". "Sie haben endlich die Idee aufgegeben, dass sie der größte Chemiekonzern werden können", lobte auch James Halleron von der National City Bank in Cleveland.

Positive Analystenurteile gab es auch für Minnesota Mining und Alcoa , eine negative hingegen für Microsoft . Die Großbank Lehman Brothers bewertet die Titel des Mischkonzerns Minnesota Mining weiterhin mit "Market Perform". Minnesota Mining legten um 2,1 % zu. Die Aktien des Aluminiumproduzenten Alcoa gewannen sogar fast 4 %, nachdem das Investment-Institut Nesbitt Burns sein Urteil von "Market Perform" auf "Outperform" verbessert hatte.

Nach Ansicht des Merrill Lynch-Analysten Christopher Shilakes wird der Kurs der Microsoft-Titel hingegen in den nächsten zwölf Monaten stagnieren. Hintergrund sei der Rückgang der PC-Umsätze im letzten Jahr, so Shilakes. Er führt Microsoft nur noch mit "Neutral" statt "Akkumulieren". Der Microsoft-Kurs bröckelte um 1 % ab.

Deutlicher in die Minuszone der Dow-Werte rutschten die Titel des Mischkonzerns Honeywell International. Das Unternehmen ist eines von drei Dutzend, die von einer Jury dazu verurteilt wurden, 53,5 Millionen Dollar Schadensersatz an die Frau eines toten Bremsmechanikers zu zahlen. Die Firmen hatten es versäumt, den Arbeiter über die Gefahren einer Asbest-Verseuchung aufzuklären.

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