Dubai als Chance: Shopping für die Scheichs

Dubai als Chance
Shopping für die Scheichs

Er ist einer der jüngsten Absolventen einer renommierten Business-School. Gerade mal 23 Jahre alt, hat Simon Rahmann soeben seinen "Medien-MBA" in St. Gallen bestanden - und auch schon den Business-Plan für sein eigenes Startup in Dubai in der Tasche.

"Dubai ist eine riesige Chance", sagt der angehende Jungunternehmer, überzeugt, dass das aufstrebende Emirat am Persischen Golf "ein Land der Opportunities" für Leute wie ihn ist. "Es gibt hier Kapital, vor allem aber Freiheit für Unternehmer."

Als Sohn eines Ägypters und einer Deutschen in Kuwait geboren, ist Rahmann zwischen Deutschland und der arabischen Welt aufgewachsen. Von seiner Kindheit in Süddeutschland blieb ihm ein leicht bayerischer Tonfall. Seiner Ausbildung an einer englischen Schule und dem Studium an der University of Warwick verdankt er die angelsächsische Weltläufigkeit.

"Aber Dubai ist meine Heimat", sagt Rahmann, der seit seiner Jugend "mit vielen Mitgliedern der Königsfamilie befreundet" ist. "Dubai ist dynamisch, weltoffen." Entgegen allen Klischees von islamischer Sittenstrenge lobt der Mann mit dem Sonnyboy-Aussehen eines Filmstars die "Leichtigkeit des Lebens" am Golf. "Hier hat man mehr Spaß am Leben als in Deutschland. Schon allein der Ramadan ist Party pur." Nach Sonnenuntergang wird im Fastenmonat gefeiert wie wild.

Für den englischsprachigen "Executive MBA in Media and Communications", den der SPD-Intellektuelle und Medien-Vordenker Peter Glotz an der Schweizer Elite St. Gallen-Hochschule aufgebaut hat, entschied sich Rahmann nicht zuletzt, weil er seine Zukunft im Mediengeschäft sieht, nachdem er schon einige Erfahrungen bei Bertelsmann gesammelt hat. Dafür hat der Wirtschaftswissenschaftler eine Karriere im Investmentbanking mit Job-Angeboten von Credit Suisse, First Boston und Goldman Sachs sausen lassen.

"Der Executive MBA in Media and Communication ist noch immer der einzige seiner Art in Europa", sagt Peter Glotz. "Wir glauben, dass es einen großen Bedarf an einer spezialisierten Ausbildung im Medien- und Kommunikationsmanagement gibt."

Sein MCM-Institute, an dem auch die Bertelsmann-Stiftung beteiligt ist, soll laut Glotz aber mehr sein als eine Kaderschmiede für Medienmanager: "Das Institut Think Tank." So geht in den elfmonatigen Medien-MBA ganz nach US-Vorbild auch die eigene Forschungsarbeit ein. Hier ist Glotz, der Medienvordenker, ganz in seinem Element.

Simon Rahmann jedoch hat viel eher die Praxis als die Medientheorie interessiert. Als Höhepunkte seines St. Gallener Studiums führt er denn auch die Begegnung mit Leuten aus der Unternehmenswelt an - und den dreiwöchigen, integrierten Aufenthalt an der Haas School of Business der University of California at Berkeley. Und wenn es etwas gibt, das er kritisieren würde, dann sei es eher das Zuwenig an Management. Solcher Kritik will die Schule in der Zukunft Rechnung tragen.

Für den Medienunternehmer Rahmann ist das schon Vergangenheit. Sein Unternehmen mit Sitz Dubai ist gegründet (www.mondia.ae), die Räume sind bezogen. Sein erstes Ziel ist nun ein Joint Venture mit einem europäischen Medienunternehmen und emiratischem Kapital zum Aufbau eines arabischen Homeshopping-TV-Kanals. Zuerst für die Golf-Emirate, dann vielleicht für die gesamte arabische Welt. Die Bertelsmann-Kontakte können da nicht schaden.

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