Due Diligence als Erfolgsfaktor bei Unternehmenstransaktionen
Schöne Bräute gibt es überall

Venture Capitalists, Private Equity- Firmen, finanzierende Banken und strategische Käufer bestätigen, dass Due Diligence-Untersuchungen in der heutigen Zeit bei Unternehmenstransaktionen unerlässlich sind.

FRANKFURT. Bei Due Diligence-Untersuchungen handelt es sich um sorgfältige Analysen eines Objektes (Unternehmens) im Rahmen einer beabsichtigten Unternehmenstransaktion. Dabei werden die entscheidungsrelevanten Tatbestände aufgezeigt und Risiken und Chancen angemessen berücksichtigt.

Due Diligence-Analysen haben sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren zu einem Standard im Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf von Unternehmen entwickelt. Die klassischen Felder der rechtlichen, finanziellen und steuerlichen Due Diligence wurden seither um Untersuchungen der Bereiche Market und Commercial, Strategie, Umwelt, Personal und Versicherungen ergänzt.

Die jüngsten Entwicklungen in der Internet-, Telekommunikation- und Medienbranche haben gezeigt, dass sich die zentralen Fragestellungen im Rahmen von Unternehmenstransaktionen auf den Markt und das Wettbewerbsumfeld sowie die strategische Positionierung des Unternehmens konzentrieren. Die Gründe für das Scheitern von Transaktionen liegen häufig in einer Fehleinschätzung der Marktsituation und/oder-entwicklung. Eine Vielzahl von Unternehmen wurde in den letzten Jahren unter Annahme falscher oder überschätzter Markterwartungen zu überzogenen Preisen erworben. Beispiele sind die überhöhte Bewertung der UMTS-Lizenzen und diverser Internetsoftware.

In Zeiten überhitzter Märkte aber auch bei der derzeitig schwachen Konjunktur steigt die Bedeutung der Analyse dieser Bereiche überproportional. Daher werden von Investoren inzwischen nur bei positiven Ergebnissen einer vorgeschalteten "Red Flag" (Market und Commercial Due Diligence) weitere Untersuchungen eingleitet. Die Market und Commercial Due Diligence analysiert und beurteilt das zu akquirierende Unternehmen im Hinblick auf die heutige Marktposition und die zukünftige Performance im Markt. Vor dem Hintergrund einer angemessenen Kaufpreisermittlung werden insbesondere die Geschäftstätigkeit des Zielunternehmens in den relevanten Märkten, das Geschäftsmodell sowie das Wettbewerbsumfeld unter die Lupe genommen. Darüber hinaus sind die strategischen Wettbewerbsvorteile und die Zukunftsperspektiven des Unternehmens in die Betrachtung einzubeziehen.

Typische Anlässe für Market und Commercial Due Diligence sind Unsicherheiten in Märkten oder schwierige Wettbewerbssituationen. Diese entstehen beispielsweise durch neue Technologien, veränderte Kundenstrukturen, starke Abhängigkeiten oder bei einer Trendumkehr der Umsatzerlöse.

In der Praxis werden im Rahmen der Untersuchungen sowohl bereits veröffentlichte Informationen ausgewertet als auch neue Informationen gewonnen. Mittels des so genannten Desk-Reviews erfolgt eine Analyse von unternehmens- und marktrelevanten Daten aus Geschäftsberichten, Markt- und Branchenstudien sowie Veröffentlichungen diverser Institute. Des Weiteren werden Management- und Experteninterviews geführt und mit den Aussagen des Desk Reviews verglichen (Benchmarking).

Um festzustellen, ob die strategische Ausrichtung des Zielunternehmens zur Strategie des potenziellen Investors passt, sind parallel dazu die strategischen Wettbewerbsvorteile und der Zukunftsperspektiven zu überprüfen. Nur bei strategischer Übereinstimmung ist die Transaktion zu empfehlen. Bisher wurden Marktuntersuchungen von Strategie- und M&A-Beratern sowie von Investmentbanken vorgenommen. Diese Analysen werden inzwischen zunehmend von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durchgeführt. Die Market und Commercial Due Diligence ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei Unternehmenstransaktionen. Durch eine realistische Einschätzung von Marktposition und Entwicklungspotenzialen des Zielunternehmens lassen sich Fehlinvestitionen oder überhöhte Kaufpreise vermeiden. Zudem lassen sich auf Basis der Due Diligence-Erkenntnisse geeignete strategische Maßnahmen ergreifen, um künftige Wertsteigerungen realisieren zu können.

Birthe Görtz, Partnerin im Bereich Transaction Services bei PricewaterhouseCoopers, Frankfurt/M.

Quelle: Handelsblatt

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