Duell Clinton-Obama wird immer erbitterter
McCain gibt den lachenden Dritten

Für Millionen Amerikaner ist die Botschaft klar: Das Dauer-Duell um die US-Präsidentschaftskandidatur zwischen Hillary Clinton und Barack Obama droht immer härter und erbitterter zu werden. Die anhaltende Patt- Situation wird zum Alptraum für die gesamte Demokratische Partei. Ein Ausweg ist nicht in Sicht, der Kampf bis aufs Messer dürfte vor allem einem nutzen - dem politischen Gegner.

HB WASHINGTON. Wenn es um aggressive Sprüche geht, schickt Hillary Clinton gerne den Ehegatten vor. Ex-Präsident Bill Clinton ist zwar in letzter Zeit stark ergraut, von Altersmilde ist trotzdem nichts zu spüren. „Lasst uns aufsatteln und den Streit ausfechten“, meint er mit maliziösem Lächeln. „Was ist schon dabei?“

Eine neueste Umfrage lässt allerdings alle Alarmglocken schrillen: Demnach würden über ein Viertel der Clinton-Anhänger bei der Präsidentenwahl im November zu „Verrätern“ werden und für den republikanischen Gegner John McCain stimmen, falls Obama und nicht ihre Favoritin Clinton antritt. Falls sich die Umfrage tatsächlich bewahrheiten sollte, würde das faktisch bedeuten, dass die Clinton-Fans den Konservativen McCain zum Präsidenten küren. Das Erschreckende: Auch im Obama-Lager sieht es nicht viel anders aus, auch hier wird befürchtet, dass Abweichler ihre Stimme für den Republikaner abgeben, falls ihr schwarzer Bewerber Obama nicht antreten darf.

Schlimmer könnte die Zerrissenheit in der Partei kaum sein. „Dead heat“ nennen die Amerikaner das Dilemma, totes Rennen. Weder Clinton noch Obama haben nach Berechnungen von Wahlexperten noch eine realistische Chance, bei den ausstehenden zehn Vorwahlen eine Mehrheit der Delegierten für den Nominierungsparteitag im August zu erreichen.

Noch vor ein paar Wochen herrschte regelrechte Hochstimmung im demokratischen Lager. Die Partei hatte zwei exzellente Bewerber vorzuweisen, mitreißender „Visionär“ der eine, kühler „Politprofi“ die andere, die Chancen für einen Sieg im November waren gut wie selten. Hinzu kam die Aussicht, Geschichte zu machen: Erstmals in der Geschichte der USA könnte ein Schwarzer ins Weiße Haus einziehen - oder eine Frau. Jetzt ist die Zuversicht verflogen, neuesten Umfragen zufolge steigen die Chancen McCains auf einen Wahlsieg. „Verspielen die Demokraten ihre große Chance?“, fragt ein TV-Kommentator.

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