Duell der Stellvertreter
Kommentar: Atempause für Bush

Neues Spiel, neues Glück. Nachdem US-Präsident George W. Bush seine erste Fernseh-Debatte völlig verhagelt hatte, schnitt sein Víze Dick Cheney in der Nacht zum Mittwoch wesentlich besser ab.

Neues Spiel, neues Glück. Nachdem US-Präsident George W. Bush seine erste Fernseh-Debatte völlig verhagelt hatte, schnitt sein Víze Dick Cheney in der Nacht zum Mittwoch wesentlich besser ab. Im TV-Wettstreit gegen den demokratischen Vize-Kandidaten John Edwards ließ sich Cheney nicht in die Ecke drängen. Eiskalt und mit chirurgischer Präzision warf er dem Bush-Herausforderer John Kerry immer wieder "mangelnde Konsequenz" beim Irak vor. Damit nahm er Bush aus dem Feuer und machte die Führungs-Kraft des Oppositions-Mannes zum Thema.

Trotzdem schlug sich Edwards wacker. Zwar konnte der ehemalige Star-Anwalt mit seinem rednerischen Talent nicht so glänzen wie gewohnt - dazu war Cheney einfach zu abgekocht. Aber Edwards? Breitseite gegen den "Spalter Bush" ließ auch den routinierten Vizepräsidenten ratlos. Wirksam war er auch bei einigen populistischen Attacken gegen das "Outsourcing", das die Regierung im Grundsatz gut geheißen hat.

In der Summe lieferten sich der Vize und der Kandidat ein Unentschieden. Damit liegt der Druck auf Bush und Kerry, bei ihrer zweiten Fernseh-Debatte am Freitag zu punkten. Der Aufwärts-Sog für den Demokraten ist einstweilen gestoppt. Der Präsident kann zumindest für einen Moment durchatmen.

Michael Backfisch
Michael Backfisch
Handelsblatt / Korrespondent
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