Duell Obama-Clinton soll bald beendet werden
Demokraten-Chef verliert die Geduld

Bei den Demokraten liegen die Nerven blank. Parteichef Howard Dean drängt darauf, das Duell zwischen Barack Obama und Hillary Clinton zu beenden. Für Aufregung sorgt auch wieder Obamas Ex-Pastor.

HB DETROIT/WASHINGTON. Der wegen USA-kritischer Äußerungen bekannt gewordene frühere Pastor des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama, Jeremiah Wright, sieht einen politischen und gesellschaftlichen Wechsel kommen. Viele Bürger seien inzwischen bereit, ihre Einstellung gegenüber „Menschen, die anders sind“, zu ändern, sagte Wright auf einer Veranstaltung der Bürgerrechtsorganisation NAACP.

Kritik an seinen früheren Äußerungen wies der Geistliche erneut zurück. Er beschreibe lediglich „die Zustände in diesem Land“, erklärte Wright.

Obama hatte sich im März von Wright distanziert, nachdem Videos aufgetaucht waren, in denen der Pastor der US-Regierung Rassismus vorwarf und erklärte, Washington habe sich die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 selbst zuzuschreiben. Er selbst bewerbe sich nicht um das Weiße Haus und sei auch kein Politiker, sagte Wright vor 10 000 Zuhörern bei einem NAACP-Dinner.

Obama selbst erklärte, Rassenzugehörigkeit sei im Präsidentschaftswahlkampf kein entscheidender Faktor. In der amerikanischen Gesellschaft sei das Thema zwar noch immer von Bedeutung, sagte der Senator von Illinois am Sonntag in einem Fernsehinterview. Was die Bewerbung um die Nachfolge von Präsident George W. Bush angehe, sei er dagegen sicher, dass die Menschen einfach „jemanden suchen, der ihre Probleme lösen kann“.

Die nächsten Vorwahlen der Demokratischen Partei finden am 6. Mai in Indiana und in North Carolina statt. In North Carolina, wo 115 Delegiertenstimmen zu holen sind, gilt Obama als Favorit. In Indiana mit 72 Delegierten liegen er und seine Konkurrentin Hillary Clinton Kopf an Kopf.

Der demokratische Parteivorsitzende Howard Dean sagte, nach der letzten Vorwahl am 3. Juni müsse entweder Clinton oder Obama das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei aufgeben. Die Demokraten brauchten die Zeit, um sich bis zur Wahl am 4. November zu einen.

Ende August beschließt der Nominierungsparteitag der Demokratischen Partei, wer bei der Präsidentenwahl gegen den republikanischen Kandidaten John McCain antreten wird. Da ein Kandidat für die Nominierung 2025 Delegiertenstimmen braucht, entscheiden am Ende wohl die rund 300 bislang nicht festgelegten Superdelegierten - wenn nicht einer von beiden vorher seine Bewerbung zurückzieht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%