Dünner Handel in engen Spannen
Mögliche Verkäufe von Telekom-Aktien belasten Euro leicht

Befürchtungen größerer Verkäufe von Aktien der Deutschen Telekom AG aus der Voicestream-Übernahme zufolge den Euro am Montag haben Händlern belastet. Zudem leide die Währung noch unter den überraschend starken US-Konjunkturdaten vom Freitag, sagten Händler. Insgesamt seien die Umsätze wegen des US-Feiertags (Labor Day) aber extrem dünn.

Reuters FRANKFURT/M. Deutlichere Impulse dürften Händlern zufolge erst von den im Laufe der Woche anstehenden Daten ausgehen.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Euro mit 0,9072 Dollar nach 0,9169 Dollar am Freitag festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 2,1559 (2,1331) DM. Zur japanischen Währung wurde der Euro mit 107,76 (108,76) Yen festgelegt. Gegen 14.45 Uhr MESZ kostete ein Euro 0,9071/76 Dollar nach einer letzten Notiz am Freitag in New York bei 0,9120/30 Dollar. Der Yen notierte zum Dollar bei 118,83/91 Yen, nahezu unverändert zum Schlusskurs am Freitag.

Der Euro geriet Händlern zufolge durch die Befürchtungen im Markt unter Druck, Investoren könnten Telekom-Aktien aus dem Voicestream-Kauf nach Ablauf einer der Haltefristen am Wochenende verkaufen und in auf andere Währungen - vornehmlich Dollar - investieren. Dies würde größere Euro-Verkäufe und Dollar-Käufe auslösen. Die Telekom hatte das US-Unternehmen im vergangenen Jahr hauptsächlich per Aktientausch übernommen. Am Vormittag fiel die T-Aktie zeitweise mit 16,06 Euro auf den tiefsten Stand seit 42-Monaten.

Der Euro gab zuvor bereits im asiatischen Handel etwas nach. Dies seien vor allem noch Nachwirkungen der überraschend starken US-Konjunkturdaten vom Freitag, sagte eine Händlerin. Am Freitag hatten ein im August überraschend deutlich auf einen Wert von 43,5 nach 38,0 im Juli gestiegener Chicagoer Einkaufsmanagerindex und eine unerwartete Zunahme der Auftragseingänge in der US-Industrie um 0,1 Prozent (Vormonat Minus 2,9 Prozent) für leichte Kursverluste beim Euro gesorgt. Mangels wichtiger Konjunkturdaten und wegen des Feiertages in den USA wird sich der Euro aber Händlern zufolge im weiteren Tagesverlauf bei dünnem Handel in sehr engen Spannen bewegen. "Der Euro wird wohl in einer Spanne von 0,9080 Dollar und 0,9120 Dollar bleiben", sagte eine Händlerin.

Für deutlichere Kursbewegungen könnten Händlern zufolge aber erst die im Verlaufe der Woche anstehenden Konjunkturdaten sorgen. Nach wie vor achte der Markt dabei besonders auf die US-Zahlen, sagte die Händlerin. "Es war ja vor allem die leichte Skepsis gegenüber der US-Wirtschaft, die den Dollar gedrückt hat, nicht die Euphorie gegenüber dem Euro." Von den US-Konjunkturdaten erhoffe sich der Markt daher weiteren Aufschluss über die tatsächliche Lage der US-Wirtschaft. Am Dienstag steht zunächst der US-Einkaufsmanagerindex (NAPM) für August an. Analysten rechnen mit einem leichten Anstieg auf 43,7 nach 43,6 im Juli.

Der Yen legte zu Dollar und Euro zunächst nicht weiter zu, nachdem Japans Finanzminister Masajuro Shiokawa am Sonntag erneut gesagt hatte, Japan wolle die anderen G7-Staaten wegen der jüngsten Wechselkursschwankungen kontaktieren. Shiokawa hatte zudem gesagt, er wolle US-Finanzminister Paul O'Neill nach der Haltung der US-Regierung zur Dollarentwicklung befragen. In den vergangenen Wochen hatte sich die japanische Regierung mehrfach besorgt über die jüngste Stärke des Yen geäußert. "Die japanische Regierung hat deutlich gemacht, dass sie den Yen nicht weiter aufgewertet sehen will", sagte Nick Stamenkovic, Devisenstratege bei Nomura International.

Kapitalrückführungen japanischer Konzerne mit Blick auf den Quartalsabschluss Ende September wirkten Händlern zufolge stützend für den Yen. "Der Yen hält sich noch, vor allem wegen der Repatriierungszuflüsse vor dem Ende des Fiskalhalbjahres", sagte Stamenkovic.

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