Dünnes Geschäft
Europäische Börsen vor Ostern im Aufwind

Die Aktienmärkte Europas haben dank der Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Konjunkturerholung in den USA vor Ostern fester notiert. Doch die offene Frage, wie schnell die Erholung auf die Unternehmensgewinne durchschlagen wird, dämpfte die Stimmung etwas.

Reuters FRANKFURT. Die insgesamt aber feste Tendenz, mit der ein eher enttäuschendes Quartal beendet wurde, basierte auf einer Rally in italienischen Bankaktien, höheren Kursen bei den Öltiteln und bei den Aktien der Produzenten von Basismetallen, die durch höhere Preise für Gold und Kupfer Auftrieb erhielten. Die Titel des holländischen Chip-Ausrüsters ASML kletterten rund 6,8 Prozent auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Zuvor hatte ein ASML-Kunde erklärt, er wolle seine Ausgaben hoch fahren.

Das Geschäft war vor den Oster-Feiertagen aber durch dünne Volumen gekennzeichnet. Pharmatitel profitierte von den Gewinnen der französischen Sanofi-Synthelabo. Die italienischen Banken legten nach einer Höherstufung des Sektor von "neutral" auf "overweight" durch Goldman Sachs zu. Die Aktien der grössten Italienischen Bank Intesa stiegen zehn Prozent. Der DJ Stoxx 50 schloss 1,26 Prozent fester bei 3 692,4 Zählern.

3i Group in London Tagessieger

Die Londoner Börse schloss dank Gewinnen in Öltiteln, Bergbauwerten und in dem Getränktetitel Diageo fester. Der FTSE-100-Index notierte 1,09 Prozent fester bei 5 271,8 Zählern. Zu höheren Kursen gingen auch die Banken aus dem Markt. So gewannen BP 2,1 Prozent, während Shell 1,6 Prozent vorrückten. Der Anstieg bei den Goldpreisen verhalf außerdem auch Bergbauunternehmen wie BHP Billiton, Anglo American und Rio Tinto zu Gewinnen zwischen 1,5 und 1,7 Prozent. Schwächer notierte zum Schluss der Medientitel Granada, der fast vier Prozent verlor. Schwierigkeiten bei der Beteiligung ITV Digital belasteten die Aktie. Fester aus dem Handel gingen dagegen BSkyB. An der Spitze der Gewinnerliste standen mit einem Plus von 4,4 Prozent die Titel des Risikokapitalgebers 3i Group, die von den allgemeinen Konjunkturerwartungen profitieren konnten.

Börsenneuling ASF legt in Paris glanzvollen Start hin

Unter Führung des Pharmatitels Sanofi-Synthelabo schloss die Pariser Börse fester. Der CAC-40 Index zog um 1,4 Prozent auf 4 688,02 Punkte an. Sanofi-Synthelabo, die 3,66 Prozent fester waren, konnten von der Nachricht profitieren, dass das Medikament Arixtra die Zulassung in der EU erhalten hatte. L'Oreal zogen mehr als drei Prozent an; der Kosmetik-Konzern hält 20 Prozent in Sanofi. An ihrem ersten Handelstag stiegen die Aktien des Autobahn-Betreibers Autoroutes du Sud de la France um elf Prozent.

Mit einer freundlichen Tendenz beendeten die Schweizer Aktien die verkürzte Woche vor Ostern und das erste Quartal. Händler begründeten die Gewinne mit dem zunehmenden Konjunkturoptimismus, mit Kurspflege zum Quartalsende und mit Anpassungen im Zusammenhang der Neuzusammensetzung der Indizes SMI und SPI. Der SMI stieg 0,35 Prozent auf 6655,2 Punkte. Die Neuzusammensetzung des SMI und des SPI nach dem so genannten Free Float habe die Kurse zahlreicher Aktien wie ABB, Bär, Zurich, Lonza, Holcim, SGS und Vontobel mehr oder weniger stark beeinflusst. Bei ABB seien aber zusätzlich die Hoffnungen ins Spiel gekommen, dass ABB eine gute Lösung der Finanzprobleme mit den Banken finden werde und dass die Banken ABB nicht fallen lassen würden. ABB stiegen zeitweise rund fünf Prozent und notierten später noch 3,5 Prozent höher auf 13,35 sfr.

Sieben-Monats-Hoch in Amsterdam

Die Amsterdamer Börse endete auf einem Sieben-Monats-Hoch. Der AEX-Index stieg um 1,52 Prozent auf 531,2 Punkte. Im Handelsmittelpunkt standen Philips und ASML. Höhere Kapitalaufwendungen des Taiwanesischen Halbleiterherstellers Co (TSMC), die eine Zunahme der Aufträge bei ASML zur Folge haben, liessen die Titel um 6,8 Prozent vorrücken.

An der Börse Madrid stieg der Ibex-35-Index 1,12 Prozent auf 8249 Zähler. Nach den jüngsten Abgaben wegen der Argentinien-Krise setzte nach Händlerangaben eine Erholung ein. Schwergewichte wie Banco Bilbao Vizcaya, Telefonica und Banco Santander Central Hispano führten die Liste der Gewinner an. Bilbao legten 2,94 Prozent, Santander 0,8 Prozent und Telefonica ein Prozent zu. Repsol verloren weiter an Boden und gaben 0,8 Prozent nach.

Intesa in Mailand im Mittelpunkt

Der Mib30-Index der Mailänder Börse stieg 1,58 Prozent auf 33 275 Punkte. Im Fokus stand der Bankentitel Intesa Bci. Die Bank ernannte einen neuen Konzernchef. Auch Banca Nazionale del Lavoro stiegen nach erneuerten Hoffnungen auf eine Fusion mit Monte dei Paschi di Siena 3,5 Prozent.

Bei sehr geringen Umsätzen schlossen die skandinavischen Aktien unter der Führung der Telekomwerte fester. Telia, wegen der Übernahme der schuldengeplagten Sonera zunächst gemieden, konnten sich die Gunst der Investoren wieder zurückerobern und einen Teil der Vortagesverluste wieder gut machen. Ericsson legten 0,2 Prozent zu. Nokia stiegen um 0,5 Prozent.

Auf breiter Front hat die Wiener Börse am Donnerstag den Anstieg fortgesetzt. Der ATX-Index legte 0,62 Prozent auf 1 289 Zähler zu. Neben erfreulichen Vorgaben waren auch die heimischen Index-Schwergewichte Erste Bank und OMV Trägerraketen. Erste Bank schlossen auf 71,34 Euro. OMV kletterten auf 109,39 Euro.

Verluste von mehr als zwei Prozent in GIB prägten am Donnerstag das Geschäft an der Brüsseler Börse. Der Bel-20 Index schloss 7,25 Punkte oder 0,26 Prozent fester bei 2769,19 Zählern. UCB schlossen 0,77 Prozent fester.

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