Dünnes Handelsvolumen und große Kursausschläge dominieren das Bild
Dax-Ausblick: Bei 7 000 Punkten halten Analysten Einstieg für sinnvoll

Als "Saure-Gurken-Zeit" bezeichnen Analysten die langweilige Schaukelbörse, die von Seitwärtsbewegungen gekennzeichnet ist, außerdem von dünnen Umsätzen und teilweise unverhältnismäßig hohen Kursschwankungen. Dennoch: Auch private Anleger können bereits jetzt bei verschiedenen Werten günstig einsteigen.

DÜSSELDORF. "Mindestens bis Ende August wird sich das triste Bild auf den Aktienmärkten nicht großartig ändern", sagt Aktien-Strategie Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. Er rechnet mit einer Zinserhöhung in Euroland von 0,5 Prozentpunkten, die eventuell Ende schon August ansteht. Der Grund für die steigenden Leitzinsen ist nicht nur der anziehende Ölpreis. Auch die Inflationsraten steigen in den europäischen Ländern wieder an.

"Bis dahin dürften die Märkte ihre Seitwärtsbewegung fortsetzen", sagt Senftleben. Bei den Anbietern von Telekommunikations-Dienstleistungen geht er davon aus, dass die hohen Summen der UMTS-Auktion auch die Aktienkurse weiter belasten. Allerdings sollten nach seiner Ansicht die Netzausrüster profitieren: "Von der Ausrüstung der dritten Mobilfunk-Generation könnten Kursimpulse für Alcatel, Siemens, Philips, Motorola und Nokia ausgehen."

Beim Bankensektor, dessen Aktien in der vergangenen Woche von guten Halbjahreszahlen profitieren konnten, ist Senftleben allerdings nicht so gut gestimmt. Er befürchtet, dass die Bank-Aktien in der kommenden Woche den Rückwärtsgang einlegen und besonders unter der Zins-Situation, dem schwächeren Provisionsgeschäft und auch dem Eigenhandelsgewinn an der Börse leiden.

Kleinanlegern empfiehlt der Aktien-Stratege, in defensive Werte zu investieren. Beispielsweise Titel der Chemie und Pharma-Branche. Die Henkel AG habe gute Zahlen vorgelegt, bei BASF gebe es ebenfalls Kurspotenzial. Neben Einzeltiteln rät Senftleben aber auch zu Fonds, die in Euroland anlegen, um eine bessere Streuung zu erzielen. Europäische Gesellschaften könnten nach seiner Auffassung von ausgezeichneten konjunkturellen Perspektiven profitieren.

Für den Dax-30 prognostiziert Senftleben in der kommenden Woche einen Index-Stand zwischen 7 100 und 7 350 Punkten. Der Grundtenor laute weiterhin: "Seitwärts geht?s."

Kaufkurse bei 7 000 Dax-Punkten

"Wir gehen davon aus, dass wir in der nächsten Woche weiter ein dünnes Handelsvolumen sehen und es durch Unternehmensmeldungen zu starken Ausschlägen bei den Dax-30-Werten kommen kann", sagt Udo Becker, Leiter des institutionellen Aktien-Sales bei Merck Finck & Co.

Der Aktien-Experte erwartet im August weiter ein ruhiges Geschäft, weil zahlreiche Marktteilnehmer noch im Urlaub sind und sich mit Börsen-Aktivitäten zurückhalten. Daher sei ein Blick auf den Dax-Chart sinnvoll: " Wir bewegen uns in einem Trendkanal zwischen 7 000 und 7 500 Punkten."

Bei solch starken Schwankungen sei für Privatanleger Rückhaltung angebracht. Lediglich wenn sich der Dax-Stand 7 000 Punkten nähern sollte, gäbe es Chancen, günstig einzusteigen. Becker empfiehlt beispielsweise die Epcos-Aktie, deren Kurs in den vergangenen Wochen übertrieben gefallen sei, oder die Papiere der Hypo-Vereinsbank, die kurzfristig unter Druck geraten sei. Die Hypo-Vereinsbank habe daher die Aufwärtsbewegung des Bankensektors noch nicht mitgemacht und der Aktienkurs noch Nachholbedarf.

Eine Übersicht über die aktuellen strategischen Anlageempfehlungen von Merck Finck & Co. Zeigt die folgende Tabelle:



Merck Finck & Co.

Adidas

Gewinn je Aktie 00e

Gewinn je Aktie 01e

Gewinn je Aktie 02e

Empfehlung

Datum Empfehlung

Adidas Salomon

4,00

4,60

5,29

Verkaufen

08.08.2000

Allianz

8,98

9,86

10,70

Halten

22.04.1999

BASF

2,85

3,75

4,15

Kaufen

16.03.2000

Bayer

2,80

2,95

3,15

Kaufen

22.04.1999

BMW

1,70

2,00

2,35

Kaufen

15.03.2000

HypoVereinsbank

2,42

3,98

4,72

Kaufen

17.11.1999

Commerzbank

2,10

2,45

2,85

Halten

30.07.1999

DaimlerChrysler

6,05

6,35

6,75

Verkaufen

30.06.2000

Deutsche Bank

4,99

5,63

6,44

Halten

07.08.2000

Degussa-Hüls

2,45

2,75

2,95

Halten

08.12.1999

Dresdner Bank

0,96

1,85

2,67

Kaufen

12.11.1999

Deutsche Telekom

0,58

0,47

0,42

Halten

25.07.2000

E.On

2,50

2,95

3,15

Halten

27.06.2000

Fresenius Medical Care

2,55

3,06

3,66

Kaufen

10.03.2000

Henkel Vz.

3,10

3,55

3,85

Halten

31.08.1999

Infineon

1,17

1,29

1,00

Halten

03.07.2000

Karstadt Quelle

1,65

1,75

1,95

Verkaufen

22.11.1999

Lufthansa

1,85

2,00

2,10

Kaufen

05.05.2000

Linde

2,30

2,55

2,90

Halten

25.08.1999

MAN

2,47

2,80

3,10

Kaufen

22.04.1999

Metro

1,09

1,54

1,86

Kaufen

25.08.1999

Epcos

2,50

3,06

3,63

Kaufen

15.02.2000

Munich Re

7,15

8,00

8,78

Halten

02.02.2000

Preussag

2,10

2,45

3,00

Verkaufen

14.07.2000

RWE

2,40

2,10

2,35

Halten

13.07.1999

SAP Vz.

1,83

2,43

3,24

Kaufen

10.01.2000

Schering

1,75

1,95

2,17

Kaufen

26.11.1999

Siemens

4,22

5,08

6,09

Kaufen

27.05.1999

Thyssen-Krupp

0,87

1,17

1,23

Halten

22.04.1999

Volkswagen

4,10

4,45

4,70

Verkaufen

02.11.1999

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%