Düsseldorfer Filialist macht gegen den Trend gute Geschäfte
Modekette C & A prescht wieder nach vorn

Das angeschlagene Modehaus C & A hat offenbar die Wende geschafft. Mit spektakulären Rabattaktionen und der Rückbesinnung auf preisgünstige Ware haben die Düsseldorfer erstmals seit fünf Jahren wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft. Bei vielen Wettbewerbern sieht die Lage nicht so günstig aus.

rv DÜSSELDORF. Nach fünf verlustreichen Jahren schafft der Düsseldorfer Modekonzern C & A Mode KG die Wende. Der deutsche Filialist, im Verbund der europäischen C & A-Gruppe die größte Tochter, weist wieder einen Jahresüberschuss von 33,2 Mill. Euro aus. Im Jahr zuvor hatte noch ein Verlust von 46,2 Mill. Euro in den Büchern gestanden. Damit konnte C & A die Prognose des Vorjahres, endlich die schwarze Null zu erreichen, deutlich übertreffen.

Auch bei den Erlösen legte der Textileinzelhändler, der seit 1991 kontinuierlich Umsatz und Marktanteile eingebüßt hat, wieder zu. Sie stiegen im Geschäftsjahr 2001/02 um 2,6 % von 2,69 auf 2,76 Mrd. Euro und flächenbereinigt sogar um 4 %.

Damit steht der einstmals größte deutsche Textileinzelhändler im krassen Gegensatz zum Gesamtmarkt. Der Branchenumsatz schrumpfte nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) im Vorjahr um 0,7 % auf 59,5 Mrd. Euro.

In diesem Jahr sieht es für die meisten Konkurrenten von C & A sogar noch düsterer aus. Im ersten Quartal 2002 verzeichnete der Fachhandel einen Umsatzrückgang von 12 %, berichtet der BTE in Köln, bis Ende Mai lag der Textilumsatz nach einer Umfrage der Branchenzeitung "Textilwirtschaft" noch 9 % unter Vorjahresniveau.

In diesem extrem schwierigen Marktumfeld schaffte die C & A Mode KG in Düsseldorf im ersten Tertial 2002/03 (1. März bis Ende Juni) ein Erlöswachstum von 3 %, wie Deutschland-Chef Dominic Brenninkmeyer bei Präsentation der Jahresbilanz hervorhob.

C & A profitiere von seiner klaren Positionierung als preisaggressiver Anbieter, urteilt Michael Fitz, Mitglied der Geschäftsleitung der Düsseldorfer Hermann Fuchslocher Unternehmensberatung. Das Unternehmen biete ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im unteren Segment. Das ist von Vorteil, denn nach Fitz? Beobachtung hat sich der Textilmarkt gespalten: "Gut laufen das gehobene Segment und die preisaggressive Schiene." In diesem Markt habe sich C & A klar profiliert und wieder auf seine Kernkompetenz konzentriert.

In der Tat waren bislang einige Probleme des Modekonzerns C & A hausgemacht. Das räumt auch Deutschland-Chef Dominic Brenninkmeyer ein. So fiel der erste Relaunch, den das Unternehmen im Jahr 1998 eingeleitet hatte, um die jahrelange Umsatzerosion zu stoppen, viel zu radikal aus. Die Präsentation der C & A-Marken nach Zielgruppen in gesonderten Shop-in-Shops habe zu einer Sortimentsanhebung ("Trading-up") geführt. Viele der angestammten Kunden kehrten dem Textilhaus danach den Rücken, wie der Deutschland-Chef andeutete. Die neue Strategie, die Dominic Brenninkmeyer vor zwei Jahren einführte, stellt die Dachmarke C & A wieder in den Mittelpunkt. Sie konzentriert sich auf preisbewusste Mode für die gesamte Familie.

In diesem Zusammenhang brachte die Rabattaktion zur Euro-Einführung, mit der sich die Nummer drei des deutschen Textileinzelhandels bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen und beim Düsseldorfer Landgericht ein Ordnungsgeld eingehandelt hatte, einen erheblichen Imagegewinn, gibt Dominic Brenninkmeyer zu. "C & A hat sich in dieser Situation sehr kundenfreundlich gezeigt." Gegen das Urteil hat C & A dennoch inzwischen Berufung eingelegt. Der Deutschland-Chef erwartet die Entscheidung Anfang September.

Getragen von der hohen Kundengunst rechnet Brenninkmeyer auch 2002 wieder mit einem Umsatzwachstum, auch wenn es ihm noch zu früh ist, um eine konkrete Zahl zu nennen.

C & A ist nicht das einzige Textilunternehmen mit langer Tradition, das nach Jahren der Krise endlich die Wende geschafft hat. Auch die britische Textilkaufhauskette Marks & Spencer hat nach vier Jahren das Schlimmste hinter sich gebracht. Noch 2001 wies das Traditionshaus auf Grund außerordentlicher Aufwendungen je Aktie einen Verlust von 0,2 Pence aus. Nun ist bei den Briten wieder Land in Sicht. Überraschend präsentierte das Unternehmen vor einem Monat einen Jahresgewinn von 5,4 Pence je Anteilsschein.

Ebenso wie C & A hatten sich die Briten zu lange auf ihrer Position als führendes Modeunternehmen ausgeruht und neue Trends verschlafen. Der Handelskonzern, der wie C & A nahezu ausschließlich auf Eigenmarken ("St. Michael?s") setzt, hat seine Kollektion inzwischen auf ein jugendlicheres Publikum abgestimmt und die verlustbringende Auslandsexpansion gestoppt.

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