Düsseldorfer Joachim Erwin ließ Rathausplatz zustellen
Polizei schützt Demonstration vor Oberbürgermeister

Ein Großaufgebot der Polizei hat in Düsseldorf demonstrierende Roma vor dem Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) beschützt. Ein Polizeisprecher bestätigte am Donnerstag, dass die Polizei am Mittwoch am Demonstrationsort vor dem Rathaus Präsenz gezeigt habe, um die Versammlung vor möglichen Maßnahmen des Stadtoberhauptes zu schützen.

dpa/HB DÜSSELDORF. Erwin soll bereits am vergangenen Montag eine Demo der Roma behindert haben. Damals war der Rathausplatz durch den Fuhrpark des Grünflächenamtes blockiert. Deren Leute "hatten alle angeblich den Auftrag, die Geranien am Rathaus zu pflegen. Das war schon merkwürdig", sagte der Polizeisprecher. Diesmal habe die Polizei die Zufahrt zum Platz gesperrt und so dafür gesorgt, dass die Roma gegen ihre drohende Abschiebung demonstrieren konnten.

Der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow (SPD) kündigte an, das Verhalten der Stadtverwaltung zu überprüfen. Die Stadt habe weder Anlass noch das Recht, gegen die Versammlungsteilnehmer vorzugehen. Im Gegensatz zur Stadtverwaltung hätten sich die Roma bislang kooperativ und vorbildlich verhalten.

Während es von Seiten der SPD, Grünen und Gewerkschaften Kritik am Verhalten des Rathauschefs hagelte, äußerte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) Verständnis für Erwin. Die Landeshauptstadt habe bereits vor Jahren einschlägige Erfahrungen mit dem Kampf um ein Bleiberecht von Roma gesammelt.

Der CDU-Oberbürgermeister hatte erst am Mittwoch in der Stadt für Aufregung gesorgt, als eine von ihm erwirkte Einstweilige Verfügung gegen die ihm namensähnliche Punkband "J. Erwin Blues Explosion" bekannt wurde. Die Combo hat unter anderem ein Schmählied auf den Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber ("Bleib da, wo der Radi wächst") verfasst. Der bayerische Ministerpräsident wird darin als "Wiesnwicht" und "Stotterbazi" tituliert.

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