Düsseldorfer kommen mit Salamander ins Geschäft: Garant Schuh will Lurchi

Düsseldorfer kommen mit Salamander ins Geschäft
Garant Schuh will Lurchi

Die Garant Schuh AG ist an einer mehrheitlichen Übernahme der Schuhsparte der Salamander AG interessiert. Dies bestätigten am späten Freitagabend Garant und Salamander.

brb STUTTGART. Europas größte Verbundgruppe für den Schuh- und Lederwarenhandel verhandelt bereits seit Monaten mit der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), der Eigentümerin von Salamander, über einen Einstieg.

Der scheidende EnBW-Chef Gerhard Goll hat lange Zeit versucht, den Schuh- und Dienstleistungskonzern Salamander, zu dem auch die parkhausfirma Apcoa und der Gebäudereiniger Gegenbauer Bosse gehört, als Ganzes zu verkaufen. Nach ihm dies nicht gelungen ist, wird Salamander jetzt zerschlagen und in Teilen verkauft.

Für die notleidende Schuhsparte wurde im Januar schon ein drastisches Sanierungskonzept verabschiedet. Zugleich wurde Salamander-Chef Michael Gaßner durch den renommierten Insolvenzverwalter Volker Grub ersetzt. Diese Schritte waren nach Information des Handelsblatts bereits mit dem Garant-Management abgesprochen worden. Grub wird 1330 Arbeitsplätze - jede dritte Stelle in der Schuhsparte - abbauen, in Deutschland die Produktion und mindestens 20 Filialen sowie ein Werk in Ungarn schließen.

Der Stuttgarter Rechtsanwalt wird auch nach einem Einstieg von Garant die Sanierung der Schuhsparte begleiten. Er sieht für Salamander aber keine Insolvenzgefahr und begründet dies mit dem werthaltigen Immobilienbesitz des Traditionsunternehmen.

Garant wird also eine deutlich abgespeckte Schuhsparte von Salamander übernehmen. Dazu gehören die Marken Salamander und Lurchi sowie 230 Filialen in acht europäischen Ländern und eine ungarische Produktionsstätte. Der Dienstleister für Schuheinzelhändler muss jetzt noch seine Aktionäre überzeugen. Das Unternehmen ist seit 1996 mit den Vorzugsaktien an der Börse notiert. Die Aktienmehrheit halten die Stammaktionäre - insgesamt 4 850 europäische Einzelhändler. Garant plant jetzt eine außerordentlichen Hauptversammlung.

Noch ist nicht endgültig ausgehandelt, ob Garant nur die Mehrheit oder die Schuhsparte ganz übernehmen wird. Für das Düsseldorfer Unternehmen bietet Salamander aber auf jeden Fall die Chance, zu Europas größter Facheinzelhandelsgruppe aufzusteigen. Die Garant-Kunden, die vielen kleinen Einzelhändler, könnten damit ein Gegengewicht zu den großen Schuhhandelsketten wie Deichmann schaffen.

Über den Kaufpreis ist am Freitag nichts bekannt geworden. Für Garant ist es auf jeden Fall ein großes Vorhaben. Die Düsseldorfer haben 2001 rund 113 Mill. Euro umgesetzt und einen Jahresüberschuß von 2,1 Mill. Euro erwirtschaftet. Im Vergleich dazu: Die Salamander-Schuhsparte hatte 2001 bei einem Umsatz von 412 Mill. Euro einen Betriebsverlust von knapp 19 Mill. Euro ausgewiesen. Diesem Verlust, der sich 2002 annähernd verdoppelt haben könnte, stehen als Werte die Marken Salamander und Lurchi sowie die Einzelhandelsgeschäfte gegenüber.

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