Düstere Aussichten
Handwerk befürchtet drastische Job-Verluste

Das Handwerk steht vor der größten Entlassungswelle seit der deutschen Einheit. In diesem und im nächsten Jahr befürchtet die Branche den Verlust von jeweils bis zu 300 000 Arbeitsplätzen.

HB/dpa BERLIN. "Einen solchen Beschäftigungsabbau hat es noch nicht gegeben", sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer am Mittwoch in Berlin. Die Zahl der Firmenpleiten werde 2002 im Handwerk auf 6000 steigen nach 4000 im vergangenen Jahr. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Die Geschäftserwartungen für dieses und das kommende Jahr hätten angesichts der Pläne der rot-grünen Koalition den Tiefpunkt erreicht.

Ende vergangenen Jahres waren im deutschen Handwerk noch 5,7 Millionen Beschäftigte tätig. Der Jobabbau halte seit 1995 an. Die bis dahin geschaffenen mehr als eine Million Arbeitsplätze seien in den vergangenen Jahren wieder verloren gegangen. Der Umsatz der Handwerksbetriebe werde in diesem Jahr voraussichtlich um 4,5 Prozent sinken nach einem Minus von zwei Prozent im vergangenen Jahr. Für das kommende Jahr sei erneut ein Rückgang zwischen einem und drei Prozent zu befürchten. Bei seinen Erwartungen habe der ZDH ein gesamtwirtschaftliches Wachstum 2003 von 1,5 Prozent unterstellt.

Nach der jüngsten Umfrage hätten fast 60 Prozent der befragten Betriebe erneut gesunkene Umsätze gegenüber dem bereits miserablen zweiten Quartal gemeldet. Die übliche saisonale Belebung sei zum zweiten Mal in Folge fast vollständig ausgefallen. Die Reichweite der Aufträge habe sich stark reduziert, so dass kurz- oder mittelfristig mit keiner Aufhellung zu rechnen sei. 43 Prozent der West- und 46 der Ost-Betriebe erwarteten eine Verschlechterung der Geschäftslage.

Der ZDH-Generalsekretär sprach sich unter anderem dafür aus, dass Handwerksbetriebe Verlustvorträge unbegrenzt übernehmen können. Auch müsse es Neuregelungen bei der Umsatzbesteuerung geben. Zumindest sollten die in den neuen Ländern geltenden Freigrenzen bundesweit möglich sein. Handwerksbetriebe zahlten die Mehrwertsteuer bereits im Voraus, müssten dann aber Monate auf die Zahlungen warten. Erforderlich sei weiterhin ein Bürokratieabbau.

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