Düstere Prognose für gesamte Branche
Alcatel erwartet Umsatzeinbruch

Der französische Telekomausrüster Alcatel hat am Dienstag für das laufende Quartal einen Umsatzeinbruch um bis zu 30 Prozent prognostiziert und damit einen kräftigen Rückgang seiner Aktien ausgelöst.

Reuters PARIS. Branchenweit rechnet Alcatel für 2003 mit einem Geschäftseinbruch von 15 Prozent, wie Alcatel am Dienstag mitteilte. Für das vierte Quartal wies das Unternehmen einen Betriebsgewinn von 20 (Vorjahr minus 368) Millionen Euro aus und damit mehr als von Analysten im Schnitt mit elf Millionen Euro erwartet. Analysten zeigten sich aber von dem Ausblick enttäuscht. Alcatel-Aktien, die im vergangenen Jahr 77 Prozent ihres Wertes eingebüßt haben, fielen zeitweise um mehr als acht Prozent auf 6,15 Euro und belasteten den Gesamtmarkt in Paris.

Alcatel gehört zu den zahlreichen Zulieferern für die Telekombranche, die derzeit unter der stark gesunkenen Nachfrage seitens ihrer wichtigsten Kunden, den Telekomanbietern, leiden. Der schwedische Konkurrent und weltweite Branchenprimus bei Mobilfunk-Netzwerken Ericsson hatte am Vortag für die Branche eine Schrumpfung in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent vorausgesagt. Auch die Mitbewerber Nokia und der US-Konzerns Motorola hatten jüngst ähnliche Marktprognosen wie Ericsson abgegeben.

"Das erste Quartal 2003 wird den Einfluss der Marktschwäche zeigen, die wir Mitte 2002 erlebt haben", teilte Alcatel mit. Unter Einbeziehung des 20-prozentigen Kursrückgangs des Dollar zum Euro werde der Umsatz im ersten Quartal um 25 bis 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen. Der Betriebsverlust werde allerdings angesichts der Kostensenkungen geringer ausfallen als im Vorjahr. Alcatel zeigte sich zuversichtlich, im Gesamtjahr 2003 operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. Auch auf Netto-Basis, allerdings vor Firmenwertabschreibungen und im fortgeführten Geschäft, könne das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben.

Der Nettoverlust belief sich im vierten Quartal den Angaben nach auf 1,12 Milliarden Euro und im Gesamtjahr 2002 auf 4,75 Milliarden. Der Umsatz sank im Schlussquartal auf 4,51 Milliarden Euro von 6,77 Milliarden Euro im Vorjahr und damit weniger stark als von Analysten im Schnitt mit 4,48 Milliarden Euro erwartet. 2002 sank der Umsatz auf 16,55 Milliarden Euro von 25,35 Milliarden Euro.

Angesichts der Branchenkrise hatte Alcatel zuletzt mehrere zehntausend Stellen gestrichen. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Mitarbeiter auf 60 000 reduziert werden. Ende 2000 waren bei Alcatel noch 113 000 Menschen beschäftigt.

Analysten zeigten sich vor allem wegen des trüben Ausblicks enttäuscht. "Die Aussicht auf einen 15-prozentigen Rückgang des Marktes im Jahr 2003 ist ein bisschen schlechter als erwartet. Aber sie sehen beim Ebit die Gewinnschwelle für 2003", sagte ein Branchenanalyst in London. "Die einzige Frage ist, warum der Umsatz im ersten Quartal so stark sinken soll", fügte ein anderer Analyst hinzu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%