Duhalde verkündet Wahltermin
Argentinien verschiebt Freigabe des Dollarkurses

Die argentinische Zentralbank hat die angekündigte Freigabe des Dollarkurse um zwei Tage verschoben. Die bereits seit Montag zwangsweise geschlossen Banken und Wechselstuben dürften das Kundengeschäft nicht wie geplant am Mittwoch wieder aufnehmen, sondern erst am Freitag, teilte die Zentralbank am Dienstag mit.

dpa/ap BUENOS AIRES. Gründe nannte die Bank nicht, aber in Finanzkreisen war eine starke Nachfrage nach dem Dollar und damit ein heftiger Wertverlust des Peso für den ersten Tag des freien Handels nach fast elf Jahren gesetzlicher Dollarbindung erwartet worden. Im Januar stieg die Inflation 2,3 Prozent. Das Ausmaß der Krise machte auch der Rückgang beim Verkauf von Neuwagen im selben Monat um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Am Abend legte Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov einen rigiden Sparhaushalt für 2002 vor. Insgesamt sind Ausgaben von 38 Milliarden Pesos (22 Milliarden Euro) geplant. Das waren 22,5 Prozent weniger als der letzte noch vom früheren Wirtschaftsminister Domingo Cavallo vorgelegte Entwurf. Die Einsparungen seien unvermeidbar, weil "niemand uns Geld leiht", sagte Wirtschaftsminister bei der Vorstellung des Entwurfs im Parlament.

Die ursprünglich für diesen Mittwoch angekündigte Umsetzung des neuen Wirtschaftsprogramms mit der beabsichtigten Umstellung der gesamten Wirtschaft auf den Peso wurde auf kommenden Montag verschoben. Erneut demonstrierten tausende Menschen für die Freigabe ihrer Guthaben sowie für Arbeit und Sozialhilfe.

Indes soll im September 2003 ein neuer Präsident gewählt werden. Der jetzige Staatschef Eduardo Duhalde kündigte am Dienstag den 14. September 2003 als Wahltermin an. Er selbst werde nicht antreten - "ich bin der Präsident des Übergangs", sagte Duhalde in einer Radioansprache. Um die Staatsfinanzen des krisengeschüttelten Landes zu schonen, soll der Wahlkampf auf einen Monat verkürzt werden.

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