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Duisenberg: Euro-Kurs ist keine Zielgröße der EZB

Der Kurs des Euro ist nach Worten von EZB-Präsident Wim Duisenberg kein Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Der aktuelle Grad der Geldpolitik im Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) ist bei den gegenwärtigen Umständen angemessen. Das sagte EZB-Präsident Wim Duisenberg am Donnerstag in Wien in einem Pressegespräch anlässlich der "Volkswirtschaftlichen Tagung" der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

Reuters/vwd WIEN. Der Wechselkurs sei für die Zentralbank nur relevant, wenn er das Ziel stabiler Preise in der Euro-Zone nicht unterstütze. Dies sei derzeit nicht der Fall, sagte Duisenberg am Donnerstag auf einer Konferenz in Wien. Über den Euro-Kurs wolle er kein Urteil abgeben.

Der Euro fiel nach den Äußerungen Duisenbergs auf ein neues Sechsmonatstief. Der EZB-Präsident zeigte sich überzeugt, dass die derzeit inflationstreibenden Effekte nur vorübergehend seien und die Teuerungsrate im kommenden Jahr unter zwei Prozent sinkt.

Euro fällt auf sechs Monats-Tief

Der vorübergehende Preisdruck, der von höheren Öl- und Nahrungsmittelpreisen ausgehe, dürfe sich nicht in höheren Löhnen niederschlagen, mahnte Duisenberg. Die EZB habe ihren Auftrag, für stabile Preise zu sorgen, nicht verfehlt.

Duisenberg: Gegenwärtige Geldpolitik der EZB angemessen

Duisenberg geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum im Euroraum in diesem und im nächsten Jahr am oberen Rande der von der EZB mit zwei bis 2-1/2 % angenommenen Potenzialwachstumsbandbreite liegen wird, der EZB-Präsident bezeichnete ein solches Wirtschaftswachstum als "robust".

Die Geldmengenentwicklung im Eurosystem bewertete Duisenberg mit "am Referenzwert" von 4-1/2 % beim Aggregat M3, ohne näher auf die laufende Bereinigung einzugehen. Duisenberg äußerte sich erneut überzeugt dahingehend, dass die von der EZB als mittelfristige Stabilitätsnorm mit "unter zwei Prozent" definierte Inflation (HVPI) im nächsten Jahr erreicht werden kann. Diese Zuversicht werde durch alle maßgebenden Prognosen internationaler Institutionen - von IWF bis OECD - belegt. Die länger als erwartete Verletzung dieser Preisnorm begründete der EZB-Präsident mit den Sonderfaktoren Energie- und Nahrungsmittelpreise sowie mit Wechselkurseffekten.

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