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Duisenberg sieht Euro als Signal für Europa

Bei einer Feierstunde überreichte der EZB-Präsident wenige Stunden vor der offiziellen Währungsumstellung zwei Kindern als ersten Bürgern der Union einen vollständigen Satz Euro-Geldscheine.

rtr FRANKFURT. Die Einführung des Euro-Bargeldes ist nach den Worten von EZB-Präsident Wim Duisenberg ein klares Signal für Vertrauen und Hoffnung in Europa. "Heute nacht überschreiten 300 Mill. Menschen symbolisch eine Brücke zu mehr Offenheit und Kooperation in den zwölf Ländern der Euro-Zone", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montagmorgen in Frankfurt anlässlich einer Feier wenige Stunden vor der endgültigen Einführung des Euro-Bargeldes. Als erste Bürger der Euro-Zone erhielten aus jedem Land zwei Kinder aus der Hand des obersten europäischen Währungshüters einen vollständigen Satz der neuen Euro-Geldscheine. Die 24 Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren hatten ein Preisausschreiben mit Fragen zur Gemeinschaftswährung gewonnen. Aus Deutschland gehörten die neunjährige Julia Eckardt aus Chemnitz und der zehn Jahre alte Dominik Lorenz aus Bocholt zu den Gewinnern.

Der Euro löst am 1. Januar die nationalen Währungen in den zwölf Mitgliedstaaten der Euro-Zone mit rund 300 Mill. Einwohnern als Zahlungsmittel ab. Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion hatte mit Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Irland, Portugal und Finnland am 1. Januar 1999 begonnen. Griechenland erfüllte die notwendigen wirtschaftlichen Bedingungen wie geringe Inflation, niedrige Zinsen, eine begrenzte Staatsverschuldung und stabile Wechselkurse erst zum 1. Januar 2001. Seit drei Jahren ist der Euro die offizielle Währung der Euro-Zone, auch wenn er noch nicht als Bargeld in Umlauf, sondern nur in Börsenkursen oder auf Bankkonten sichtbar war. In dieser Übergangszeit bereiteten sich die Länder auf die Einführung der gut 15 Mrd. Banknoten und fast 52 Mrd. Münzen im Wert von 646 Mrd. ? vor.

Den Deutschen fällt der Abschied von der stabilen D-Mark, die für den wirtschaftlichen Aufstieg in der Nachkriegszeit stand und zu einem wichtigen nationalen Symbol geworden ist, besonders schwer. Kurz nach Mitternacht kann sich die Bevölkerung an den meisten Geldautomaten mit ersten Euro-Noten versorgen, nachdem fast eine Milliarde Münzen in Starter-Kits schon in den Tagen vor Weihnachten ausgegeben worden waren. Während der Euro dann im Alltag Einzug hält, kann mit dem letzten D-Mark-Bargeld noch bis Ende Februar bezahlt werden. Die gemeinsame Währung gilt als politisches Symbol für das Zusammenwachsen Europas, auch wenn die EU-Mitglieder Schweden, Großbritannien und Dänemark der Währungsunion zunächst fern blieben. Der Euro soll zudem Wirtschaft und Verbrauchern nützen, indem Preise besser vergleichbar werden und Kosten etwa für Währungsgeschäfte wegfallen.

In Frankfurt wird am Silvesterabend wie in vielen europäischen Städten der Euro mit einem großen Fest begrüßt, unter anderem vor dem Sitz der EZB, dem EuroTower. Der EZB-Präsident wird allerdings an keiner der nationalen Feiern teilnehmen und will fernab vom Rampenlicht im privaten Kreis das Euro-Zeitalter beginnen.

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