Duisenberg sieht Zins-Spielraum nach unten: Folgen des Krieges für Wirtschaft nicht sicher

Duisenberg sieht Zins-Spielraum nach unten
Folgen des Krieges für Wirtschaft nicht sicher

Die Auswirkungen des Irak-Krieges auf die Wirtschaft der Euro-Zone und der gesamten Welt lassen sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit nicht absehen.

Reuters ROM. "Es ist nicht möglich, zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Effekt auf die Weltwirtschaft und den mittelfristigen Ausblick für die Konjunktur und Preisstabilität in der Euro-Zone einzuschätzen", sagte EZB-Präsident Duisenberg am Donnerstag vor der Presse in Rom. Das Basis-Szenario für einen Rückgang der Inflationsrate unter zwei Prozent im Lauf des Jahres bleibe bestehen. Die EZB erwarte zudem weiterhin eine leichte Erholung der Konjunktur im zweiten Halbjahr 2003.

Die EZB ließ bei ihrer auswärtigen Sitzung am Donnerstag in Rom den Schlüsselzins in der Euro-Zone wie erwartet unverändert bei 2,50 Prozent. An den Finanzmärkten wird jedoch damit gerechnet, dass die Notenbank die Zinsen erneut senken wird, wenn sich die Konjunkturaussichten wegen des Irak-Krieges weiter eintrüben sollten. Erst vor vier Wochen hatte die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte reduziert, da sie ihre internen Prognosen für Wachstum und Inflation gesenkt hatte.

Ein sich über viele Monate hinziehender Irak-Krieg könnte die erwartete leichte Erholung der Konjunktur in der Euro-Zone in diesem Jahr zunichte machen. Entscheidend sind dabei Ölpreis und Euro-Kurs - ein hoher Ölpreis schmälert Gewinne und Kaufkraft, ein starker Euro dämpft die Exporte. Sollte sich eine solche Entwicklung abzeichnen, hätte die EZB nach Ansicht vieler Analysten Spielraum für niedrigere Zinsen. Wie sehr bereits die monatelange sich zuspitzende politische Lage vor Kriegsausbruch die Konjunktur belastet hat, zeigten die jüngsten Frühindikatoren.

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