Dupont und Akzo Nobel verzeichnen leichte Nachfragesteigerung
Preisdruck setzt der Chemiebranche zu

In der weltweiten Chemieindustrie zeichnet sich noch keine tief greifende Erholung der wirtschaftlichen Lage ab. Zwar verzeichneten führende Anbieter wie der US-Konzern Dupont und die niederländische Akzo Nobel N.V. im dritten Quartal Steigerungen bei den Verkaufsmengen ihrer Chemiesparten. Doch gibt die immer noch vergleichsweise schwache Nachfrage den Firmen kaum Raum für Preiserhöhungen.

bef/sbe BRÜSSEL. Bei Dupont, der Nummer zwei in den USA, stagnierte der Konzernumsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei rund 5,5 Mrd. $. Der Hersteller von Kunststoffen, Farben und Textilfasern spürte vor allem bei seinen Kunden aus der Automobil-, Verpackungs- und Haustextilbranche einen kleinen Nachfrageschub. Die verkaufte Menge lag um 6 % über dem Vorjahresquartal. Zudem half dem Konzerngeschäft die Schwäche des Dollars gegenüber dem Euro.

Doch wegen deutlich gesunkener Preise zahlten sich diese Vorteile beim Umsatz von Dupont nicht voll aus. Beim Gewinn allerdings machten sich die in den vorigen Monaten eingeleiteten Kostensenkungen sowie vor allem ein günstiges Steuer-Ergebnis bemerkbar. Dupont verdreifachte den Nettogewinn auf 469 Mill. Euro.

Das gelang dem führenden niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel nicht. Das Nettoergebnis des Unternehmens mit Sitz in Arnheim sank im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3 % auf 232 Mill. Euro.

Das Resultat lag leicht über den Erwartungen der Analysten. Fritz Fröhlich, Finanzchef des Arnheimer Unternehmens, erklärte den Gewinnrückgang durch ungünstige Wechselkurse und deutlich höhere Pensionsaufwendungen. Er bestätigte die Prognose, der Nettogewinn werde in diesem Jahr leicht unter dem hohen Vorjahresergebnis liegen. "Voraussetzung ist, dass die derzeitigen Wechselkurse und Wirtschaftsbedingungen in den für uns wichtigen Wirtschaftssektoren unverändert bleiben", schränkte er ein. Auch Dupont-Chef Charles Holliday bestätigte die Prognose für das vierte Quartal 2002, nach der das Unternehmen eine Verdreifachung des Nettogewinns plane.

Bei Akzo Nobel schmälerte die Schwäche der internationalen Aktienmärkte die Reserven der Pensionsfonds. Im gesamten Jahr muss der Konzern daher 180 Mill. Euro mehr als voriges Jahr in diese Kassen zahlen, damit diese ihre Pensionsverpflichtungen erfüllen können. Voriges Jahr betrugen die Pensionsaufwendungen 145 Mill. Euro - nach nur niedrigen zweistelligen Werten in den drei Vorjahren.

Die weltweit schwierigen Marktbedingungen hat Akzo Nobel in diesem Jahr weitgehend durch höhere eigenständige Umsätze in allen drei Geschäftsbereichen auffangen können. Zudem machte sich auch bei Akzo die Neuordnung im Chemie- und Farbengeschäft bemerkbar. "Beide Sektoren profitieren von der starken Umstrukturierung", erläuterte Fröhlich.

Die Resultate der Chemiesparte blieben nach Angaben Fröhlichs trotz schwieriger Geschäftsbedingungen stabil. Wie bei Dupont verzeichnete Akzo eine leichte Steigerung bei den verkauften Mengen. Doch neben den schwachen Preisen setzte der ungünstige Wechselkurs zwischen Dollar und Euro dem Unternehmen zu. Der Gewinn im operativen Geschäft der Chemiesparte von Akzo Nobel lag 4 % unter dem Vorjahresergebnis.

Die Sparte Farben und Lacke steigerte Umsatz und Betriebsergebnis eigenständig um 4 % beziehungsweise 5 %. Nach Angaben Fröhlichs waren auch in diesem Geschäft die Marktbedingungen weiterhin sehr schwierig, zudem bremste die Schwäche des Dollars den Umsatz der Sparte. Doch habe sich hier die Neuordnung besonders stark bemerkbar gemacht. US-Konkurrent Dupont wiederum profitierte im Farbengeschäft von der Schwäche des Dollar kräftig.

Der Konzernumsatz von Akzo sank im dritten Quartal um 1 % auf 3,5 Mrd. Euro. Analysten führen dies auch auf die schlechte Entwicklung der Pharma-Sparte zurück. Denn der einstige Wachstumsmotor des Konzerns läuft derzeit auf niedrigen Touren. Der Umsatz stieg um nur 5 %, das Betriebsergebnis ging sogar um 9 % zurück.

Fröhlich schrieb dies zum Teil ebenfalls ungünstigen Wechselkursverhältnissen zu. Aber auch hohe Kosten für Forschung und Entwicklung sowie für die Markteinführung neuer Produkte hätten den Gewinn der Sparte gedrückt. Die Probleme im Pharmageschäft haben bei der Tochtergesellschaft Organon Konsequenzen: Dort sollen 300 Stellen gestrichen werden.

Quelle: Handelsblatt

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