Durch Bündelung der Anteile werden stille Reserven in Milliardenhöhe gehoben
Deka: Landesbanken wollen Einfluss sichern

Die elf Landesbanken wollen ihre Anteile an der gemeinsamen Fondstochter der Sparkassenorganisation - Deka-Bank Deutsche Girozentrale - in einer gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft bündeln. Entsprechende Überlegungen bestätigte ein Deka-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt: "Das Verfahren läuft."

cd DÜSSELDORF. Damit verfolgen die Landesbanken zwei Ziele. Sie wollten noch in diesem Jahr stille Reserven in Milliardenhöhe heben und auf Dauer ihren Einfluss bei der Deka sichern, hieß es dazu in Landesbankenkreisen. Ein entsprechender Beschluss solle bis zum heutigen Mittwoch fallen.

Ausschlaggebend für die Bündelung der Anteile seien steuerliche Aspekte. Schließlich könnten die Institute durch die Umschichtung ihrer direkten Anteile in eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft stille Reserven von bis zu zwei Mill. Euro heben, heißt es. Derzeit stünden die Deka-Anteile nur zu sehr niedrigen Werten in den Bücher der Landesbanken, welche das Geld angesichts des schwierigen Bankenjahrs mit hohen Wertberichtigungen im Kreditgeschäft gut gebrauchen könnten.

Die Bündelung soll in jedem Fall vor der Bundestagswahl am 22. September geschehen, damit die Institute noch von den geltenden Steuervorteilen bei der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen profitieren können. Diese Regelung hat Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber deutlich kritisiert und im Falle eines Wahlsieges Änderungen angekündigt.

Insgesamt sind die elf Landesbanken zur Hälfte an der Fondstochter der Sparkassenorganisation beteiligt. Die andere Hälfte halten seit vier Jahren die Sparkassen über die Sparkassenverbände. Erklärtes Ziel der Sparkassen ist es, ihren Anteil an der zweitgrößten deutschen Fondsgesellschaft zu erhöhen. Schon seit langem ärgern sich die Sparkassenchefs, dass ihnen nur die Hälfte des Dekagewinns zufließt, obwohl sie den Löwenanteil der Fondsprodukte der Frankfurter verkaufen. "Die Landesbanken profitieren hier in einem ungerechtfertigten Umfang", kommentieren Sparkassenchefs diese Tatsache.

Kontrolle behalten

Doch die Landesbanken wollen keinesfalls auf Anteile an einem der erfolgreichsten Gemeinschaftsunternehmen der Sparkassenorganisation verzichten. Vielmehr wollen sie durch die Bündelung ihrer Beteiligungen auch künftig die Hälfte des Frankfurter Instituts kontrollieren. Und dies soll auch für den Fall gelten, dass eine Landesbank ihre Deka-Beteiligung verkaufen will. Dieser werde quotal auf die anderen Institute aufgeteilt, hieß es im Umfeld der Landesbanken.

Eine höhere Beteiligung der Sparkassen stößt bei der Deka dagegen auf offene Ohren. "Dadurch steigt schließlich der Verkaufsanreiz für eine Sparkasse, noch mehr Deka-Produkte zu verkaufen", heißt es bei Deka-Verantwortlichen.

Hervorgegangen ist die heutige Deka-Bank vor vier Jahren aus der Deutschen Girozentrale - Deutsche Kommunalbank - und der Deka-Bank GmbH. Parallel zum Börsenboom ist der Fondsanbieter in den vergangenen Jahren stark gewachsen und ist mit einem Marktanteil von 20 Prozent dem Marktführer DWS dicht auf den Fersen. Insgesamt verwalten die Frankfurter ein Fondsvolumen von 133 Mrd. Euro. Der Wert des Unternehmens mit einer Bilanzsumme von 81,4 Mrd. Euro wird heute auf vier bis fünf Mrd. Euro geschätzt. Insgesamt beschäftigt die Deka rund 3 200 Mitarbeiter. Das Institut ist mit Niederlassungen und Töchtern in Luxemburg, der Schweiz und Irland europäisch positioniert.

Quelle: Handelsblatt

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