Durch Fusion sollen jetzt bis zu 5 000 Stellen gekürzt werden
Gewinnwarnung von Chase und J.P. Morgan

Die Gewinnwarnungen reißen nicht ab. Nach der Bank of America bereiten auch die Konkurrenten Chase und J.P. Morgan ihre Aktionäre auf ein schwächeres Quartal vor. Nur die Begründung ist anders.

nks NEW YORK. Die vor der Fusion stehenden US Chase Manhattan Corp. -Banken und J.P.Morgan & Co. werden im Schlussquartal deutlich weniger verdienen als erwartet. In einer Presseerklärung begründeten die Institute den negativen Trend mit schwachen Börsen und höheren Kosten. Im Vergleich zu den jüngsten Gewinnwarnung anderer US-Banken scheinen Chase und J.P. Morgan aber nicht unter einem Anstieg notleidenden Krediten zu leiden. Trotz der Verschlechterung des äußeren Kreditumfeldes entwickelten sich die Kreditportfolios der Banken relativ gut, hieß es.

Im 4. Quartal werde nicht mit einem bedeutsamen Anstieg der notleidenden Kredite gerechnet. Die Bank of America Corp. hatte in der vergangenen Woche vor nachlassenden Gewinnen auf Grund höherer Kreditkosten und notleidender Firmenkredite gewarnt. Nach der Fusion werden Chase und J.P. Morgan der Bank of America den zweiten Platz in der Branche nach der Citigroup streitig machen.

Detaillierte Angaben über den Ausmaß des Gewinnrückgangs machten Chase und J.P. Morgan nicht. Die Einkünfte aus dem Eigenhandel werden aber sowohl im Vergleich zu 1999 als auch zum 3. Quartal deutlich zurückgehen, hieß es. Als schwieriges Marktumfeld bezeichneten die Banken die geringen Kursschwankungen im Devisenhandel und die sich ausweitenden Renditespannen bei Anleihen. Die Einkünfte aus dem Investmentbanking - dem Emissionsgeschäft und der Beratung bei Fusionen - würden im Vergleich zum Vorquartal allerdings leicht steigen. Chase hatte im September die Übernahme der Investmentbank J.P. Morgan angekündigt, um im lukrativen Investmentgeschäft stärker zu werden.

Das Chase-Ergebnis verhageln zudem Verluste aus dem Beteiligungsgeschäft. Auch Kosten in Zusammenhang mit der Übernahme des britischen Vermögensverwalters Flemings belasten. Die schwächeren Gewinnaussichten werden nach Aussage der Vorstandschefs William Harrison und Douglas Warner aber keine Auswirkungen auf die Fusionspläne haben. "Der Fusionsprozess läuft schneller als erwartet", teilten sie mit. Die Banken rechnen nun mit Einsparungen von ca. 3 Mrd. $ und Kürzungen von 5 000 Stellen bis 2002. Zuvor hatten sie mit rund 1,9 Mrd. $ und 3 200 Entlassungen kalkuliert. Zusammen beschäftigen die Häuser rund 95 000 Personen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%