Durch RWE-Anteilsverkauf: Hochtief erwartet keine Zerschlagung

Durch RWE-Anteilsverkauf
Hochtief erwartet keine Zerschlagung

Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Bauunternehmens Hochtief, Hans-Peter Keitel, sieht keine Gefahr einer Zerschlagung des Konzerns im Rahmen des geplanten Anteilsverkaufs durch den Mehrheitsaktionär RWE.

Reuters FRANKFURT. "RWE hat fest zugesagt, sich nicht an einer Lösung zu beteiligen, die zu einer Zerschlagung des Hochtief-Konzerns führt", sagte Keitel der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). Der Energiekonzern RWE hatte den Verkauf seines Mehrheitspakets von 62,28 % an Hochtief avisiert und dazu jüngst als ersten Schritt angekündigt, die Bautochter künftig nicht mehr voll in die Konzernrechnung einbeziehen zu wollen. Auf einen Zeitpunkt für den Verkauf hat sich RWE bislang nicht festgelegt.

"Herr Kuhnt, der Vorstandschef von RWE, und ich haben in dieser Frage sehr engen Kontakt", sagte Keitel der Zeitung weiter. Auf eine Übernahme des RWE-Pakets durch einen anderen Baukonzern setzt der Hochtief-Chef nach eigenen Worten jedoch nicht. Hier werde dem Baukonzern vieles angedichtet.

Zuletzt habe es Gerüchte über eine Allianz mit dem schwedischen Konzern Skanska gegeben. Er sehe aber keine Konstellation, in der eine Übernahme durch einen anderen Baukonzern Sinn für Hochtief machen würde, sagte Keitel. Auch ein Verkauf des RWE-Pakets über die Börse sei gegenwärtig nicht vorstellbar. "Aber es ist nicht so, dass es weltweit keinen Investor gäbe, der nicht Interesse an einem Baukonzern hätte", betonte Keitel.

Hochtief erwirtschaftet den Großteil seines Umsatzes und Ertrages mittlerweile mit seinen Töchtern Turner Corp (Nordamerika) und Leighton Holdings (Asien/Australien). In Deutschland leidet Hochtief im klassischen Hochbaugeschäft unter der seit Jahren anhaltenden Flaute auf dem Baumarkt. Das Hochbaugeschäft werde aber auch langfristig noch zu Hochtief gehören, stellte Keitel klar. Er sei überzeugt, dass sich die Ertragssituation deutlich verbessere. Auf die Frage ob Hochtief, den Konzentrationsprozess in der Branche aktiv mitgestalten wolle, sagte Keitel: "Ja, aber es geht nicht darum, dass wir deutsche Baukapazitäten kaufen, indem wir etwa bei einem Konkurrenten einstiegen." Das könne er sich nicht vorstellen.

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