Durch Sonderaufwendungen 2002 tief in die Verlustzone gerutscht
Bäcker Kamps nach bilanziellem Großreinemachen zuversichtlich

Die Backwarenkette will einen Teil ihrer Aktivitäten überprüfen. Das Ziel: Konsolidierung und mehr Rendite

lü DÜSSELDORF. Rund 100 Tage nach seinem Amtsantritt läutet der neue Vorstandschef der Kamps AG, Michael Kern den "zweiten Teil der Kamps-Story" ein. "Das Ziel heißt: Konsolidierung und mehr Rendite", erklärte er auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf.

Dazu will die von dem italienischen Nudelkonzern Barilla übernommene Backwarenkette einen Teil ihrer Aktivitäten überprüfen. So sollen die Dachmarken Golden Toast und Lieken Urkorn gestärkt werden. Daneben soll die Rentabilität bei den Handelsmarken, die Kamps für den Lebensmitteleinzelhandel produziert, verbessert werden. Die als Bakerstreet und Puntocaldo verkauften Produkte sollen eingestellt werden, sagte Kern.

2002 rutschte die Kamps-Gruppe vor allem als Folge eines bilanziellen "Großreinemachens" tief in die Verlustzone. Zwar stieg der Umsatz leicht auf 1,73 (Vorjahr: 1,71) Mrd. Euro. Aber Abwertungen im Anlage- und Umlaufvermögen sowie außerordentliche Aufwendungen zur Refinanzierung des Konzerns führten zu einem Jahresfehlbetrag von 126,8 Mill. Euro. Damit ist das Konzern-Eigenkapital , das Ende 2001 noch 106 Mill. Euro betrug, aufgezehrt. Im Einzelabschluss weist Kamps noch eine Eigenkapitalquote von 45,8 % auf.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Kern einen Umsatz " auf dem Niveau des Vorjahres". Er sorgte sich aber um eine weitere Verschlechterung der Verbraucherstimmung. Die Branche spürt dies deutlich. So schrumpfte nach Angaben des Zentralverbandes des deutschen Bäckerhandwerks der Markt für Backwaren 2002 um 3,2 % auf rund 13 Mrd. Euro. Kern hofft dennoch, dass sich nach dem Wegfall der negativen Sonderfaktoren die Finanzlage stabilisieren und das Ergebnis erholen werde.

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