Durchbruch für Lahm
Völler sieht jetzt klarer

Die Dienstreise nach Kroatien brachte nicht nur den ersehnten Sieg, sondern DFB-Coach Rudi Völler auch die Bestätigung: Das Gros des EM-Kaders steht. Derweil spitzt sich der Torwart-Streit zu: Bankdrücker Jens Lehmann attackierte einmal mehr Oliver Kahn.

HB SPLIT/KÖLN. Durchbruch für Philipp Lahm, viele Erkenntnisse für Rudi Völler und wieder gewonnenes Selbstvertrauen für den Vize-Weltmeister: Die Bilanz nach der Rückkehr aus Split fiel für den Teamchef entsprechend positiv aus. "Dieser Sieg hat uns gut getan", meinte Völler, als er sich morgens um halb drei am Gepäckband im Flughafen Köln-Bonn von seinem Personal mit herzlichen Gesten verabschiedete. Das Gros der Spieler hatte zu diesem Zeitpunkt die Gewissheit, mit dem 2:1-Erfolg beim EM-Mitkonkurrenten auch das persönliche Ticket für die in knapp vier Monaten beginnenden Titelkämpfe in Portugal vorzeitig gelöst zu haben.

"Rund zwei Drittel der EM-Fahrer stehen schon praktisch fest", verdeutlichte Völler, dass die Sichtung des 23-köpfigen Aufgebotes weit fortgeschritten ist: "Bei den Übrigen fällt die Entscheidung nach den nächsten beiden Spielen gegen Belgien und in Rumänien." Als größter Gewinner durfte sich der Stuttgarter Debütant Lahm fühlen. Der 20-Jährige signalisierte mit einem zwar nicht fehlerfreien, aber mutigen und abgeklärten Auftritt, dass er zur Lösung der chronischen Problemzone auf der linken Seite werden könnte. "Er hat ein tolles Debüt gegeben", attestierte Völler und nahm dem Youngster die anfänglich große Nervosität überhaupt nicht übel: "Man kann 50 Mal mit dem Verein in der Champions League gegen Manchester United gespielt haben: Wenn man zum ersten Mal die Hymne hört und den Bundesadler auf der Brust trägt, dann ist es noch einmal eine Stufe höher."

Auch Franz Beckenbauer lobte den vom FC Bayern noch bis 2005 nach Stuttgart ausgeliehenen Jungspund in den höchsten Tönen: "Er hat gespielt, wie ein Bayer spielen muss: frech und selbstbewusst." Der so Gepriesene wirkte angesichts der Lobeshymnen fast schon ein wenig verlegen und war sichtlich darum bemüht, den Ball auch verbal flach zu halten: "Ganz okay" fand der 20-Jährige seine Premiere in der Nationalelf. Zum Leidtragenden des deutschen Jugendstils droht mehr und mehr Junioren-Bundestrainer Ulli Stielike zu werden. Gut möglich, dass er in Lahm, Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel und Benjamin Lauth alle vier Kandidaten für die U21-EM und die damit verbundene Olympia- Qualifikation an Völler verliert.

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