Durchbruch in Nordirland?
IRA beginnt mit Entwaffnung

Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hat mit ihrer Entwaffnung begonnen, um damit einen Durchbruch im nordirischen Friedensprozess herbeizuführen. Die katholische Untergrundorganisation, die für die Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland kämpft, teilte am Dienstag mit, die Entwaffnung sei "ein beispielloser Schritt, um den Friedensprozess zu retten und andere von unseren ehrlichen Absichten zu überzeugen".

dpa BELFAST/LONDON. Der von britischen Medien als historisch bezeichnete Schritt kam einen Tag, nachdem die IRA von Gerry Adams, dem Präsidenten ihres politischen Flügels Sinn Fein, zu einer "bahnbrechenden Bewegung" aufgerufen worden war.

Die IRA teilte in ihrer Erklärung keine Einzelheiten dazu mit, wie viele Waffen sie ausgemustert hat und in welcher Weise dies geschehen ist. Die protestantischen Unionisten hatten gefordert, die Waffen müssten nachweisbar vernichtet werden. Es reiche zum Beispiel nicht aus, ein paar Waffenarsenale einfach zuzubetonieren. Außerdem verlangen die Unionisten, dass die IRA bis Februar 2002 alle ihre Waffen vernichtet. Dass dies geschieht, gilt als unwahrscheinlich.

Die IRA will mit ihrem Entgegenkommen den Zusammenbruch der konfessionsübergreifenden Regionalregierung von Nordirland verhindern. Die protestantischen, pro-britischen Minister hatten sich am Donnerstag aus der Regierung zurückgezogen, um gegen die ausbleibende IRA-Abrüstung zu protestieren.

Die Tatsache, dass die IRA gerade jetzt einlenkt, wird vor allem auf starken Druck aus den USA zurückgeführt. Nach den Terroranschlägen vom 11. September sollen viele einflussreiche Förderer von Sinn Fein in den USA ihre weitere Unterstützung von einer schnellen Entwaffnung abhängig gemacht haben.

Außerdem nahmen es der IRA viele ihrer amerikanischen Sympathisanten übel, dass sie Beziehungen zu den kolumbianischen FARC-Rebellen unterhielt, die große Mengen Drogen in die USA schmuggeln. Drei IRA-Mitglieder waren im Sommer bei einem Training für die Rebellen festgenommen worden.

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