Durchhalte-Parolen aus Ingolstadt
Der neue Audi A2 findet immer noch zu wenig Käufer

Die Kleinwagen-Strategie der VW-Tochtergesellschaft Audi geht nicht auf: Zu wenig Kunden entscheiden sich bislang für den im vergangenen Jahr eingeführten Audi-Mini A2. Vor allem der hohe Preis schreckt potenzielle Käufer ab. Mit zusätzlichen Anstrengungen soll der Absatz angekurbelt werden.

zel DÜSSELDORF. Von Zufriedenheit kann keine Rede sein: Die Volkswagen-Tochter Audi AG ist alles andere als glücklich mit der Verkaufsentwicklung des im vergangenen Jahr eingeführten Kleinwagens A2. "Wir haben zu wenig auf die Kunden gehört", gesteht Audi-Vertriebsvorstand Georg Flandorfer gegenüber dem Handelsblatt ein. Potenziellen Kunden des kleinsten Audis müssten die Vorzüge erst noch klar gemacht werden. Der A2 wird komplett aus Aluminium gefertigt. Audi hatte gehofft, dass diese besonders leichte Bauweise neue Kunden anziehen würde.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Flensburger Kraftfahrtbundesamt gerade 10000 Neuzulassungen des jungen A2 - viel zu wenig aus Sicht der Audi-Planer in Ingolstadt. Deshalb muss jetzt nach Kräften nachgeholfen werden. Zunächst hat die VW-Tochter eine neue Werbekampagne für den kleinen Audi gestartet, mit der das Auto bekannter gemacht werden soll.

Interessenten bevorzugen den A3

Außerdem gibt es zusätzliche Ausstattungspakete für den A2, mit denen Kunden beim Kauf nach Audi-Angaben jeweils etwa 2000DM sparen. Außergewöhnlich ist der frühe Zeitpunkt für diese Pakete - im Normalfall werden sie erst dann zur Verkaufsförderung eingesetzt, wenn das Auto schon wesentlich älter ist. Nach den Worten Flandorfers haben sogar eingefleischte Audi-Kunden ihre Probleme mit dem A2. Der Preis ist mit mehr als 30000DM zu hoch angesetzt, Interessenten greifen lieber gleich zum etwas größeren A3. Bei Audi wird intern darüber geklagt, dass der A2 ein gutes halbes Jahr nach seiner Markteinführung immer noch zu selten auf den Straßen zu sehen ist. Wahrscheinlich wird die Ingolstädter VW-Tochter deshalb die Verkäufe an Mietwagenfirmen erhöhen, um dem bislang wenig beliebten A2 zu einer größeren Verbreitung zu verhelfen. Vertriebsvorstand Flandorfer ärgert sich auch darüber, dass es zur Markteinführung keinen A2 mit einem Diesel-Motor gegeben habe.

Von der neuen Drei-Liter-Version, die jetzt auf den Markt kommt, verspricht sich Audi nicht allzu viel: Von dieser A2-Variante werden wahrscheinlich nur wenige tausend Exemplare pro Jahr abgesetzt. Dafür sprechen die Erfahrungen, die der VW-Konzern mit seinen anderen Drei-Liter-Modellen gemacht hat. Nach Angaben von Konzernchef Ferdinand Piëch wurden seit der Einführung des VW Lupo im Herbst 1999 gerade 13000 Stück abgesetzt. Der ursprünglich geplante Drei-Liter-Arosa der Konzerntochter Seat wurde wegen seiner Ähnlichkeit zum Lupo aus dem Programm gestrichen.

Trotz des ausbleibenden Erfolges gibt Audi sich nicht geschlagen. Die Ingolstädter hoffen, in diesem Jahr an die 50000 Stück vom A2 fertigen und absetzen zu können. Bei der VW-Tochter wird eine Parallele zwischen A2 und dem Smart von Daimler-Chrysler gezogen. "Durchhalten", sei die logische Konsequenz. Trotz des schleppenden Starts habe sich der Smart behaupten können. Daimler wendet allerdings Milliarden dafür auf. Erst 2004, sechs Jahre nach der Einführung, wird mit dem Auto Geld verdient.

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