„Durchs Nadelöhr kommen“
BVB bangt um Teilnahme am Millionen-Spiel

Borussia Dortmund bangt um Millionen und um internationales Renommee. "Wir können es uns sportlich und wirtschaftlich nicht erlauben auszuscheiden", erklärte Manager Michael Meier die Partie in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Brügge (Mittwoch, 20.30 Uhr/ZDF) zum wichtigsten BVB-Spiel der Gegenwart.

HB/dpa DORTMUND. "Allein durch diesen dritten Platz in der Bundesliga haben wir etwa 2,5 Millionen Euro weniger als das, was wir hätten erreichen können", sagte Meier am Dienstag. An den schlimmsten Fall will der 53-Jährige gar nicht denken, "obwohl wir finanziell alles durchgespielt haben": Beim Sturz in den UEFA-Cup droht ein Einnahme- Verlust von über zwölf Millionen Euro - nachdem der deutsche Meister 2002 in der vergangenen Saison mit der Champions League "über 30 Millionen Euro" (Meier) einnahm.

Meier machte seinem Star-Ensemble nach dem 0:1 in der Bundesliga beim 1. FC Köln mit drastischen Worten klar, dass es gegen den belgischen Meister um das "Allgemeinwohl" der Schwarzgelben geht. "Die Spieler wissen, dass es einen enormen finanziellen Unterschied zwischen Champions League und UEFA-Cup gibt", sagte Gerd Niebaum. Der Borussen-Präsident ist davon überzeugt, dass nach der 1:2- Hinspielniederlage alle den Ernst der Lage erkannt haben. Niebaum: "Den ersten Matchball gegen Cottbus haben sie vergeben, jetzt haben sie gegen Brügge den zweiten. Und den müssen sie verwandeln."

Entscheidend sei, sagte der BVB-Clubchef, "jetzt durch dieses Nadelöhr zu kommen". Augenscheinlich macht der Jurist Wohl und Wehe der Saison von nur einer Partie abhängig: "Jetzt kommt es darauf an, dass die Mannschaft begriffen hat, worum es geht." Die Qualifikation für die neuerliche Champions-League-Teilnahme werde "Kraft für alles" geben, was noch komme. Auch deswegen richtete Chefcoach Matthias Sammer den Blick nicht nach hinten, "sondern nur nach vorn".

Dede machte sich zum Sprecher der zuletzt heftig Gescholtenen: "Wir müssen alles besser machen. Dass wir uns nicht für die Champions League qualifizieren, kann ich mir nicht vorstellen. Dann geht, glaube ich, hier die Bombe hoch", drückte sich der brasilianische Mittelfeldmann martialisch aus - die Situation ist brisant. "Man kann nur hoffen, dass wir jetzt die richtige Reaktion zeigen", beschwor Otto Addo eine Stimmung herauf, die nach "jetzt erst recht" klingt.

Nach den 1999 (gegen FK Teplice) und 2001 (gegen Schachtjor Donezk) übersprungenen Qualifikationshürden zur Champions League würde dem BVB gegen den zwölfmaligen belgischen Meister ein 1:0 reichen, "aber auf dieses Ergebnis zu spielen, wäre viel zu gefährlich", meinte Addo. Rasch einen Treffer erzielen, nachlegen - das Konzept gegen Brügge scheint simpel, zumal sich die Mannschaft des norwegischen Trainers Trond Sollied im letzten Liga-Spiel gegen AA La Louvière (3:3) in der Abwehr nicht gerade sattelfest zeigte.

Sammer muss gegen Brügge auf Flavio Conceicao, Christoph Metzelder, Torsten Frings, Evanilson, Guy Demel und Heiko Herrlich verzichten. Der in der Bundesliga gesperrte Sebastian Kehl wird in der Anfangsformation erwartet, und auch auf Marcio Amoroso ruhen die Hoffnungen. Der Torjäger wurde wegen einer Minimal-Blessur zuletzt zwei Mal im Training geschont, sein Einsatz ist nicht gefährdet. Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Reuter, Wörns, Madouni, Bergdölmo - Addo, Kehl, Dede - Rosicky - Koller, Amoroso FC Brügge: Verlinden - De Cock, Clement, Rozehnal, Van der Heyden - Simons, Stoica, Ceh - Verheyen, Martens, Mendoza Schiedsrichter: Riley (England)

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