Durchschnittserlös je Passagier um 1,2 Prozent gestiegen
Lufthansa steigert operativen Gewinn deutlich

Die Deutsche Lufthansa AG hat nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Konzern einen operativen Gewinn von 12 Mill. ? erwirtschaftet und lag damit am oberen Ende der Analystenerwartungen. Der operative Gewinn habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit.

Reuters FRANKFURT. Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Verlust von 52 Mill. ? gerechnet. Die Prognosen lagen dabei in einer Spanne von 250 Mill. Verlust bis zu einem Gewinn von 150 Mill. ?.

Entgegen der positiven Entwicklung beim operativen Ergebnis und den Umsatzerlösen hat die Lufthansa im ersten Quartal ihren Nettoverlust deutlich ausgeweitet. Das Minus verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahresquartal beinahe auf 186 Mill. ?, wie aus dem am Mittwochmorgen veröffentlichten Quartalsbericht der Lufthansa hervorgeht. Deutliche Belastungen kamen aus dem Finanzergebnis, das sich um mehr als 88 % auf-226 Mill. ? verschlechterte.

Für die von Reuters befragten Analysten kamen die Zahlen überraschend. Sie hatten mit einem operativen Minus von mehr als 50 Mill. ? gerechnet. Wie verunsichert allerdings die Experten über die Lage der Branche nach den Anschlägen vom 11. September sind, zeigte die Spannbreite der Prognosen, die von minus 250 Mill. ? bis plus 150 Mill. ? reichte.

Analyst Uwe Weinreich von der HypoVereinsbank bezeichnete die Lufthansa-Zahlen als "sehr, sehr gut". Der operative Gewinn und die Steigerung der Durchschnittserlöse pro Passagier seien eine "extreme Überraschung" gewesen, sagte er. Auch die Börse reagierte positiv: Der Aktienkurs der Lufthansa kletterte zum Handelsauftakt um mehr als drei Prozent auf 16,79 ?.

Kapazitäts- und Kostenmanagement zeigt Wirkung

Die Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Quartal begründete die Lufthansa unter anderem mit angepassten Kapazitäten, drastischen Investitionskürzungen, Kostensenkungsmaßnahmen sowie flexiblen Arbeitszeitmodellen und Gehaltsverzicht der Belegschaft. "Bereits nach den ersten drei Monaten zeigt sich, dass sich das Lufthansa Krisen- und Kostenmanagement als erfolgreich erweist", hieß es in der Mitteilung.

Die Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft stiegen nach Angaben der Lufthansa um 1,2 %. Im Wesentlichen sei dies darauf zurückzuführen, dass der Anteil der First- und Business-Class-Kunden wieder das gewohnte Niveau erreicht habe. Zudem habe sich das Unternehmen in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld mit relativ stabilen Preisen behauptet. Die Investitionen sanken nach Unternehmensangaben im ersten Quartal wie geplant um 62,8 % auf 277 Mill. ?. Der Quartalsumsatz stieg um 6,1 % auf 3,9 Mrd. ?.

Die Netto-Kreditverschuldung hat sich nach Unternehmensangaben wie angestrebt auf 3,5 Mrd. ? (Jahresende 2001: 3,8 Mrd. ?) reduziert. Im Vorjahresquartal hatte sie noch 1,7 Mrd. ? betragen.

Konzern bleibt bei zurückhaltender Prognose

Eine konkrete Vorhersage für den weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr wollte die Lufthansa auch nach ihren positiven Quartalszahlen nicht nennen. "Eine realistische Ergebnisprognose ist derzeit noch nicht möglich", hieß es. Sofern aber "keine weiteren politischen oder terroristischen Ereignisse" einträten, werde ein deutlich besseres Ergebnis erwartet als 2001, als ein Nettoverlust von mehr als 633 Mill. ? angefallen war.

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