Durchsuchungen bei Postmitarbeitern
Über 15 Millionen Briefmarken gestohlen

Briefmarkendiebstahl im ganz großen Stil: Drei Postmitarbeiter stehen im Verdacht, Briefmarken im Wert von fast acht Millionen Euro aus einem Außenlager der Deutschen Post unterschlagen zu haben.

Wiwo/ap WIESBADEN. Polizei und Justiz haben in Frankfurt am Main einen Fall von groß angelegtem Briefmarkendiebstahl aufgedeckt. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen sei Beweismaterial sichergestellt worden, teilten das Hessische Landeskriminalamt und die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Den Angaben zufolge sind bereits im Januar vier mutmaßliche Hehler festgenommen worden.

Der Wert der entwendeten Briefmarken soll insgesamt rund 7,6 Millionen Euro betragen. Wie es hieß, erfolgte die Festnahme der vier litauischen Staatsangehörigen bei dem Versuch, einen Teil der gestohlenen Postwertzeichen zu verkaufen. Dabei seien die Männer im Alter zwischen 29 und 38 Jahren an Polizeibeamte als vermeintliche Kaufinteressenten geraten. Bei der vorläufigen Festnahme durch Lka-Beamte seien Briefmarken im Wert von 232.200 Euro sichergestellt worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt wurde gegen die Verdächtigen Haftbefehl erlassen.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen kristallisierte sich dann der Mitteilung zufolge heraus, dass Mitarbeiter der Deutschen Post AG bei der Beschaffung der Wertzeichen eine wesentliche Rolle spielten. Zunächst wurden drei Postbedienstete im Alter von 38 bis 51 Jahren ermittelt, die im Verdacht stehen, die Briefmarken im Millionenwert unterschlagen zu haben. Der Verlust der Wertzeichen sei bei einer postinternen Überprüfung festgestellt und auf einen Nennwert von 7,6 Millionen Euro beziffert worden.

Da Straftaten wie Einbruch und Diebstahl schnell ausgeschlossen werden konnten, sei nur noch die Möglichkeit einer Unterschlagung geblieben, und tatsächlich hätten die insgesamt sieben Durchsuchungen bei den drei ausgemachten Verdächtigen zum Auffinden weiterer Beweismittel geführt, die derzeit noch ausgewertet würden. Die drei verdächtigen Postmitarbeiter, die sich nach Auffassung der Ermittlungsbehörden in der Frankfurter Wertzeichenverwaltung bedient hatten, wurden den Angaben zufolge wegen fehlender Haftgründe nach ihren Vernehmungen wieder auf freien Fuß gesetzt.

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