Durchsuchungen in der Schweiz und Lichtenstein
Betrugsverdacht gegen Balli verdichtet sich

Der Betrugsverdacht gegen die britische Balli-Gruppe im Zusammenhang mit den verschwundenen Mill. beim Duisburger Handelshaus Klöckner & Co (KlöCo) hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft erhärtet.

rtr DüSSELDORF. "Erste Erkenntnisse aus Durchsuchungen in der Schweiz und Lichtenstein sprechen dafür, dass sich der Verdacht bestätigt", sagte Johannes Mocken, Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland" vom Dienstag. Dem derzeitigen Ermittlungsstand zufolge habe Balli bereits vor dem Kauf von KlöCo 56,5 Mill. ? aus dem Unternehmen gezogen, um damit einen Teil des Kaufpreises zu bezahlen. Gleichzeitig sei die Summe als Sicherheit für einen Kredit bei der WestLB angegeben worden. "Es wurde eine höhere Sicherheit vorgetäuscht, als vorhanden war", sagte Mocken.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen fünf Balli-Manager und den mittlerweile zurückgetretenen KlöCo-Chef Raimund Müsers wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil des Klöckner-Konzerns und des Betrugsverdachts zum Nachteil der WestLB. Insgesamt soll Balli 120 Mill. ? bereits vor dem Kauf von KlöCo aus dem Unternehmen gezogen haben. Fundierte Erkenntnisse gebe es aber nur über den Verbleib der 56,5 Mill. ?, sagte Mocken. Die übrigen Mill. seien möglicherweise im Ausland investiert worden. Genaueres sei jedoch nicht bekannt.

Der britische Werkstoff- und Chemiehändler Balli hatte im Herbst vergangenen Jahres 94,5 % der Anteile an KlöCo von der E.ON AG übernommen. Nachdem die finanziellen Unregelmäßigkeiten Ende Februar bekannt geworden waren, wurden die Anteile treuhänderisch dem Unternehmensberater Droege & Comp. übertragen. Die restlichen 5,5 % hält die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB).

Ein KlöCo-Sprecher nahm zu den Aussagen der Staatsanwaltschaft keine Stellung und erklärte, es handele sich um ein schwebendes Verfahren. Bei der Düsseldorfer Beratungsfirma Droege war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

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