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Durchwachsener Handelsauftakt

Unentschlossen reagieren die Investoren aufgrund schwacher Wirtschaftsdaten und belastenden Meldungen aus dem Unternehmensbereich. Während der Dow sich weder fürs Plus noch fürs Minus entscheiden kann liegt der Nasdaq-Index leicht im Plus.

Denn die Wirtschaftsdaten sind nicht so positiv. Die Arbeitslosenquote ist zwar im Mai von 4,5 auf 4,4 Prozent zurückgegangen. Aber die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung haben in der vergangenen Woche ihren Höchststand seit 1992 erreicht.

Stark eröffneten Werte aus den Bereichen Halbleiter, Elektronik, Pharma, und Haushaltprodukte. Einbussen dagegen mussten Titel aus defensiveren Branchen wie Versicherern, der Öl- und Stahlindustrie, Airlines, dem Tabak- und Einzelhandel hinnehmen. Von den Einzelhandelsunternehmen gab es enttäuschende Daten für den Mai. Sie vermelden rückläufige Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr.

Die wichtigste Veranstaltung des Tages wird allerdings erst nach Handelsschluss stattfinden. Der Chipkonzern Intel wird einen Quartalzwischenbericht abgeben. An der Wall Street wird im Vorfeld gemunkelt, dass der Branchenführer die Prognosen für die kommenden Quartale reduzieren könnte.

Dass die Lage im Chipsektor weiterhin angespannt bleibt, unterstreicht ein Branchenbericht. Danach könnten die weltweiten Halbleiterverkäufe dieses Jahr um 14 Prozent auf 175 Milliarden Dollar fallen. Weiterhin zuversichtlich bleibt der große Intel Rivale Advanced Micro Devices. Laut einem Vorstandsmitglied würden die Erwartungen im laufenden Jahr erfüllt. In einigen Geschäftszweigen könnten zudem die Marktanteile ausgebaut werden.

In Bedrängnis könnte die Automobilindustrie geraten. Hintergrund ist eine Untersuchung, die Präsident George W. Bush eingeleitet hat. Der Texaner lässt überprüfen, ob ausländische Stahlproduzenten die einheimischen Unternehmen belasten. Bei den amerikanischen Stahlproduzenten dürfte diese Nachricht auf offene Ohren. Stahlkunden wie Automobilkonzerne befürchten hingegen höhere Preise, sollte das Angebot aus Übersee wegfallen.

Eine andere Industrie in den USA gerät zum Wochenausklang ebenfalls unter Beschuss. Der Tabakkonzern Philip Morris ist von einem Gericht in Kalifornien zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von drei Milliarden Dollar verdonnert worden. Bei dem Prozess ging es um eine Einzelklage. Auch wenn der Sektor kurzfristig unter Druck geraten dürfte, bleibt die Investmentbank Goldman Sachs gelassen. Sowohl Philip Morris als auch Loews werden auf der Empfehlungsliste bekräftigt. Die Tabakindustrie werde durch die mögliche Zahlung mit Sicherheit nicht vor eine unlösbare Aufgabe gestellt.

Die Investoren scheinen die gestrige Ertragswarnung von Broadcom bereits verdaut zu haben. Das Broadcom-Papier eröffnet deutlich im Plus.

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