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Dussmann will Refugium-Pflegeheime übernehmen

Die Berliner Dussmann-Gruppe will die Pflegeeinrichtungen der in Schieflage geratenen Refugium Holding AG übernehmen. Das Interesse beschränke sich nicht nur auf die 27 Häuser, die im Besitz der Gold-Zack Pako Immobilien AG-Tochter sind und von der Refugium betrieben werden, sagte ein Sprecher der Dussmann-Gruppe am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Reuters KÖNIGSWINTER/BERLIN. Ob allerdings alle Seniorenheime in Frage kämen, müsse geprüft werden. Das Bonner Amtsgericht hatte am Dienstag das vorläufige Insolvenzverfahren gegen die Refugium Holding eingeleitet. Die Pako als größter Gläubiger hatte den Insolvenzantrag über das Vermögen der Refugium AG gestellt und macht Ansprüche auf Mietzahlungen von rund 19 Mill. DM geltend. Die am Neuen Markt notierte Refugium-Aktie stieg am Mittwoch teilweise um rund 20 % auf 0,78 ?. Händlern zufolge seien die Käufer fast ausschließlich spekulativ orientierte Privatanleger gewesen. Bis zum späten Nachmittag lag das Papier noch mit 4,8 % im Plus und wurde mit 0,65 ? gehandelt.

Die Dussmann-Gruppe habe gemeinsam mit der Pako die Kursana Managementgesellschaft für Senioreneinrichtungen gegründet, an der Dussmann 60 % hält und die Gold-Zack-Tochter

40 %, hieß es weiter. Diese Gesellschaft solle kurzfristig als Betreiber der 27 Refugium-Betriebsstätten fungieren. Die Dussmann-Gruppe betreibt unter dem Markennamen Kursana in fünf europäischen Ländern 48 Einrichtungen für 6600 Senioren. Neben Seniorenheimen gehören Dienstleistungen rund um das Gebäude zum Kerngeschäft. Mit weltweit 54 000 Mitarbeitern setzt die Gruppe den Angaben zufolge 2,3 Mrd. DM um.

Ein Refugium-Sprecher sagte am Mittwoch, es hätten bereits erste Gespräche zwischen dem Refugium-Vorstand und dem vorläufigen Insolvenzverwalter gegeben. Auf einer Betriebsversammlung habe dieser sich verhalten optimistisch gezeigt, dass es eine Chance zur Weiterführung des Unternehmens gebe. 3500 der insgesamt rund 3600 Mitarbeiter hätten im Mai keine Gehälter erhalten, fügte der Sprecher hinzu. Im Zuge des Verfahrens würden die ausstehenden Gehälter vorfinanziert und seien den Beschäftigten zugesichert worden.

Eine Chance, die Geschäfte weiter zu führen, ist nach den Angaben von Refugium unverändert eine Kooperation mit den Hamburger Marseille-Kliniken. Diese sieht hingegen im Moment wenig Chancen für eine Zusammenarbeit mit Refugium. "Wir haben vor zwei Monaten unser Interesse bekundet, doch haben sich Gläubiger und Pächter nicht bewegt", sagte Vorstandschef Wilhelm Hecker der Nachrichtenagentur Reuters. Dies habe sich bis heute nicht geändert. Die beiden Unternehmen hatten bereits Ende April die Möglichkeit einer Zusammenarbeit geprüft. Dabei standen unter anderem die 27 Pako-Häuser zur Disposition, die von der Refugium betrieben werden. Verhandlungen mit Pako waren den Angaben zufolge an einem zu hohem Mietzins gescheitert.

Vorstandschef Klaus Küthe hatte im Mai die Verbindlichkeiten der Refugium für Pachten und und Lieferanten mit 60 Mill. DM beziffert. Das Unternehmen betreibt 57 Heime, die von insgesamt 6000 Senioren bewohnt werden. Davon sind 27 Häuser im Besitz der Pako. Zehn Altenheime gehörten dem ehemaligen Vorstandschef Paul Kostrewa, über dessen Vermögen nach Angaben des Refugium-Sprechers ein Insolvenzverfahren läuft. Die übrigen Objekte sind im Bestand anderer Immobilieneigentümer.

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