Dutzende Personen werden immunisiert
US-Notfallteams gegen Pocken geimpft

Die US-Behörden haben am Montag ihre Vorkehrungen gegen Bioterrorismus ausgeweitet. Notfall-Teams der Gesundheitsbehörde in Atlanta (CDC) wurden für den Fall eines Angriffs mit Pockenviren gegen die vor 21 Jahren außerhalb der Laboratorien ausgerottete Krankheit geimpft, wie CDC-Sprecher Tom Skinner mitteilte.

ap ATLANTA. "Wir haben mehrere Teams zusammengestellt, die schnell eingesetzt werden können, wenn es einen Pocken-Verdachtsfall geben sollte", sagte er.

CDC-Direktor Jeffrey Koplan sagte, seine Behörde rechne mit einer Reihe von falschen Alarmen wegen Milzbrandes, Pocken und anderer Krankheiten. Experten für biologische Waffen vermuten, dass Pockenviren in den Besitz von Ländern wie Nordkorea und Irak gelangt sein könnten. Ein Ausbruch der tödlichen Krankheit könnte in den USA fatale Folgen haben, weil viele Amerikaner nie gegen Pocken geimpft wurden. Skinner sagte, das CDC wolle zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Massenimpfungen aufrufen.

In einem vom US-Fernsehsender NBC an den New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani geschickten Paket wurden unterdessen geringe Spuren von Milzbrand-Erregern entdeckt. Die Behörden sprachen von einem weiteren Fall der so genannten Kreuz-Kontaminierung, bei der die Bakterien von einem verseuchten Brief auf einen anderen weiter gelangen. Eine Gesundheitsgefährdung sei von dem Paket, das einen Videomitschnitt enthielt, nicht ausgegangen, sagte Giuliani am Sonntag.

Die Ermittler suchten weiterhin nach der Infektionsquelle, die eine New Yorker Krankenhausangestellte mit Lungen-Milzbrand ansteckte. Kathy Nguyen war am Mittwoch wenige Tagen nach der Diagnose an der Krankheit gestorben. Ihr Zustand hatte sich so schnell verschlechtert, dass sie nicht mehr befragt werden konnte. Sie arbeitete nicht in einer Poststelle. Ermittler schließen eine Infektion über eine Postsendung inzwischen weitgehend aus. In ihrer Wohnung wurden keine Milzbrand-Erreger gefunden, hieß es.

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