Archiv
Dutzende Tote bei Angriffen im Irak

Aufständische haben den Irak mit einer neuen Welle von Angriffen auf amerikanische Soldaten und Regierungsbeamte überzogen. In der Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City spitzte sich die Lage zu.

dpa BAGDAD. Aufständische haben den Irak mit einer neuen Welle von Angriffen auf amerikanische Soldaten und Regierungsbeamte überzogen. In der Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City spitzte sich die Lage zu.

Dort wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums allein in der Nacht und am Montagmorgen bei Kämpfen zwischen US- Truppen und der Miliz des radikalen Predigers Muktada el Sadr mindestens 18 Iraker getötet und 136 verletzt.

US-Truppen griffen am Dienstag die Widerstandshochburg Falludscha mit Panzern und aus Flugzeugen an. Ein irakischer Journalist berichtete aus der Stadt, im östlich gelegenen Industriegebiet seien am Abend heftige Kämpfe zwischen bewaffneten Irakern und US-Soldaten aufgeflammt. Am Montag waren nördlich von Falludscha sieben amerikanische Marine-Infanteristen bei einem Angriff auf ihren Konvoi getötet worden.

Zwei Iraker kamen nach Angaben arabischer Nachrichtensender bei einem Sprengstoffanschlag auf den Gouverneur der Hauptstadt Bagdad, Ali el Haideri, um. Der Regierungsvertreter selbst blieb unverletzt. Unbekannte töteten den Sohn des Gouverneurs der nordirakischen Provinz Ninive. Ein amerikanischer Militärpolizist wurde bei einem Einsatz im Westen Bagdads erschossen. Wie die US-Armee mitteilte, konnte der Angreifer flüchten.

Erneut wurden Ausländer entführt. Zwei Italienerinnen, Mitarbeiterinnen der Hilfsorganisation "Un ponte per..." (Eine Brücke nach...), wurden zusammen mit zwei irakischen Kollegen - einem Mann und einer Frau - im Zentrum von Bagdad verschleppt. Das bestätigte das italienische Außenministerium in Rom. Erst im vergangenen Monat war ein italienischer Journalist im Irak gekidnappt und wenige Tage später ermordet worden.

Nach Angaben des US-Militärs konzentrierten sich die Angriffe der Aufständischen gegen amerikanische Truppen vor allem auf die Region Bagdad, wo allein vier Soldaten starben. Mehrfach setzten die Angreifer Sprengsätze gegen vorbeifahrende US-Konvois und Patrouillen ein. Bei den Gefechten in Sadr-City starb neben mindestens 18 Irakern auch ein US-Soldat. Unter den irakischen Verletzten waren laut Gesundheitsministerium auch zahlreiche Frauen und Kinder. Ein Sprecher El Sadrs warf der US- Armee vor, sie habe das Wiederaufflammen der Kämpfe bewusst provoziert.

Ein Sprecher von Großajatollah Ali el Sistani in Nadschaf sagte, die zwischen dem Ajatollah und El Sadr Ende August geschlossene Waffenruhe-Vereinbarung für Nadschaf gelte auch für andere irakische Städte. Er rief zur Beendigung der Kämpfe auf.

Laut Gesundheitsministerium starben außer in Sadr-City bei Kämpfen und Anschlägen seit Montagmorgen elf weitere Iraker. Am Dienstag wurde der Direktor des El-Karama-Krankenhauses in Bagdad erschossen. Am Montag starb nach Angaben der US-Armee ein weiterer Soldat, als sein Fahrzeug nahe der nordirakischen Stadt Mossul mit einem Sprengsatz angegriffen wurde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%