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Dutzende Tote bei Anschlägen im Irak

Bei neuen Terroranschlägen und Kämpfen im Irak sind am Wochenende mehrere Dutzend Menschen getötet worden. Der schwerste Anschlag ereignete sich am Samstag in der nördlichen Stadt Kirkuk.

dpa BAGDAD/LONDON. Bei neuen Terroranschlägen und Kämpfen im Irak sind am Wochenende mehrere Dutzend Menschen getötet worden. Der schwerste Anschlag ereignete sich am Samstag in der nördlichen Stadt Kirkuk.

Dort riss ein Selbstmordattentäter vor dem Hauptquartier der irakischen Nationalgarde mindestens 19 Menschen mit in den Tod. Die US-Armee bombardierte erneut die Aufständischen-Hochburg Falludscha. Dabei wurden laut Krankenhausärzten mindestens sieben Menschen getötet, darunter auch Frauen und Kinder. Die US-Armee sprach von einem "Präzisionsschlag" gegen einen Kontrollpunkt schwer bewaffneter Anhänger des Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi.

Angesichts der jüngsten Anschlagsserie versicherten der britische Premierminister Tony Blair und sein irakischer Kollege Ijad Allawi bei einem Treffen in London, die "Kräfte des Bösen" würden besiegt werden. Blair sagte: "Dieser Konflikt, der jetzt im Irak stattfindet ist die Feuerprobe, in der über die Zukunft des globalen Terrorismus entschieden wird." Allawi versprach, die Wahlen im Irak würden wie geplant im Januar 2005 stattfinden.

Unterdessen wurden erneut Angestellte einer ausländischen Firma entführt und mit dem Tode bedroht. Der Nachrichtensender El Dschasira strahlte am Samstagabend ein Video aus, in dem Entführer zehn türkische Geiseln vorführen. Sie drohten mit ihrer Ermordung, sollte ihr amerikanisch-türkischer Arbeitgeber, den Irak nicht innerhalb von drei Tagen verlassen.

Der stellvertretende irakische Außenminister Hamid el Bajati sagte dem italienischen Fernsehen am Sonntag, die beiden vor knapp zwei Wochen in Bagdad verschleppten Italienerinnen seien von ihren kriminellen Entführern möglicherweise an El Sarkawis Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad in Falludscha "verkauft" worden.

El Sarkawis Gruppe soll auch die beiden vergangene Woche entführten Amerikaner und ihren britischen Kollegen in ihrer Gewalt haben. Sie droht mit der Ermordung der Männer, wenn nicht alle Frauen aus den US-geführten Gefängnissen im Irak entlassen werden. Die Ehefrau eines der beiden Amerikaner, Patty Hensley, appellierte in Atlanta (US-Staat Georgia) an die Entführer, ihren Mann freizulassen.

Bei einem Anschlag auf den Konvoi eines Top-Managers der Nordöl- Gesellschaft starben am Samstag in Mossul fünf Begleiter. Zwei US- Soldaten kamen ums Leben, als ihr Konvoi in der Nähe des Bagdader Flughafens mit einer Autobombe angegriffen wurde. Am Sonntag sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei Samarra, 100 Kilometer nördlich von Bagdad, mit seinem Wagen nahe einer amerikanisch-irakischen Patrouille in die Luft. Ein irakischer Soldat wurde getötet, weitere drei irakische und drei US-Soldaten erlitten Verletzungen, teilte das US-Militärkommando in Bagdad mit.

Nahe der irakischen Stadt Suwaira starben in der Nacht zum Sonntag vier Bombenleger. Nach Angaben der multinationalen Division hatten sie versucht, an einer Straße südöstlich von Bagdad, die auch für Nachschubtransporte der ausländischen Truppen genutzt wird, einen Sprengsatz anzubringen.

US-Truppen und irakische Nationalgardisten nahmen am Samstagabend Hasim el Arradschi, einen führenden Funktionär der Bewegung des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr in Bagdad, fest. Die Soldaten hätten sein Haus im Bagdader Schiiten-Bezirk Kadhimija mit Rauchgranaten gestürmt, sagte ein Sprecher der Sadr-Bewegung.

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