Dutzende Tote
Mazedonische Armee kämpft gegen albanische Rebellen

Beim Vorstoß ins Zentrum des albanischen Aufstands haben sich die mazedonischen Streitkräfte am Freitag heftige Kämpfe mit den Rebellen geliefert. Augenzeugen zufolge kamen Dutzende von Einwohnern ums Leben. Im Zentrum der Gefechte stand das Dorf Vaksince im Bergland an der Grenze zum Kosovo.

ap VACSINCE. Über dem Dorfzentrum stiegen am Freitag dichte Rauchschwaden auf. Sie markierten den Ort der Explosion von Artillerie-Granaten in der Nähe der Dorfmoschee. Die Soldaten gingen mit Mörsern und schweren Maschinengewehren gegen Kämpfer der Nationalen Befreiungsarmee (UCK) vor, die das Feuer mit kleinkalibrigen Schusswaffen erwiderten. Aus der Luft feuerten zwei Kampfhubschrauber Raketen auf Ziele in Vacsince und Umgebung ab. Danach wurde das Dorf von Panzern beschossen. Während des heftigen Angriffs wurde das Minarett der Dorfmoschee zerstört.

Zu unbestätigten Berichten über den Tod von bis zu 60 Zivilpersonen bei den jüngsten Kämpfen in der Region sagte ein Polizei-Offizier, es bestehe eine große Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Dutzend Menschen umgekommen seien. Bei ihnen habe es sich allerdings nicht um einfache Bewohner, sondern um Terroristen gehandelt, die sich als Zivilisten getarnt hätten.

Auf der anderen Seite der Grenze trafen nach Informationen von Rotkreuzhelfern bis zu 2 000 Flüchtlinge nahe der südserbischen Ortschaft Miratovac ein. Sie wurden in Lager und Privatunterkünfte in Bujanovac und Presevo gebracht.

Angeblich geheimes Friedensabkommen

In der Hauptstadt Skopje beschuldigte Ministerpräsident Ljubco Georgievski die Parteien der albanischen Minderheit in der Regierung der nationalen Einheit, die Rebellen offen zu unterstützen. Anlass waren Enthüllungen, wonach die albanischen Parteien ein geheimes Friedensabkommen mit den Aufständischen ausgehandelt haben sollen. "Wir haben es für den Frieden getan", sagte der Vorsitzende der Albanischen Partei für Demokratischen Wohlstand, Imer Imeri. Die Aufnahme von Kontakten zur UCK sei von der Regierung unterstützt worden. Die USA, die EU und die NATO reagierten auf die Berichte mit der Ablehnung jeglicher Verhandlungen mit der UCK.

Die Kämpfe im mazedonischen Grenzgebiet zum Kosovo begannen im Februar. Die Rebellen fordern mehr Rechte für die aus Albanien stammenden Einwohner, die bis zu ein Drittel der zwei Millionen Mazedonier ausmachen.

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