DVD-Geräte lösen Handys als Wachstumslokomotive ab
Video-Silberlinge beleben den Markt der Unterhaltungselektronik

Nach einem überraschend starken Jahr 2000 wird der deutsche Markt für Konsumelektronik im laufenden Jahr etwas langsamer wachsen. Der Fachverband Consumer Electronics rechnet mit einem Plus von knapp 10 % auf 43,5 Milliarden DM, die für Fernseher, Telefone und Personalcomputer ausgegeben werden. Im Jahr 2000 war der Umsatz noch um 16,3 % auf 39,6 Milliarden Mark gewachsen.

gil DÜSSELDORF. Das schwächere Wachstum für 2001 begründet der Verband vor allem mit dem völlig veränderten Markt für privat genutzte Mobiltelefone. Nachdem der Absatz im vergangenen Jahr noch um 223 % auf 12,5 Millionen Handys gewachsen war, rechnet der Verband für das laufende Jahr nur noch mit einem Absatzplus von 3,2 % auf 12,9 Millionen Handys. Durch den Preisverfall werde der Umsatz in dieser Sparte sogar von 3,2 Milliarden auf 2,8 Milliarden Mark sinken. Michaela Bergenthal, Leiterin der Arbeitsgruppe Prognose im Verband, erklärt dies mit dem Abbau der Subventionen für Handys, was das Wachstum des Markts einbrechen lasse. Sie erwartet, dass Mobiltelefone in einigen Jahren nur noch ohne Subventionen verkauft würden. Dann werde der Ersatzbedarf eine große Rolle spielen. Allerdings bringe das hohe Innovationstempo der Branche doch noch ein gutes Wachstum.

Freude macht den Herstellern die DVD ("digital versatile disc"). Nachdem der Absatz im vergangenen Jahr von 200 000 auf 700 000 Abspielgeräte gestiegen war, erwartet der Verband für das laufende Jahr eine Verdoppelung auf 1,4 Millionen Stück. Wegen des einsetzenden Preisverfalls dürfte der Umsatz nur um 55 % auf 756 Millionen Mark steigen. Die DVD hat auch den Videomarkt beflügelt. Nach Mitteilung des Bundesverbands Video ist der Umsatz mit den neuen digitalen Bildtonträgern im vergangenen Jahr von 83 auf 333 Millionen Mark gestiegen.

Das Geschäft mit Farbfernsehern, dem größten Einzelmarkt, wird nach Einschätzung des Fachverbands Consumer Electronics in diesem Jahr ein etwas schwächeres Wachstum aufweisen. Der Verband rechnet mit einem Plus von 1,4 % auf 5,9 Millionen verkaufter Fernseher. Im Vorjahr hatte das Wachstum noch 2,7 % betragen. Bergenthal begründet dies damit, dass in diesem Jahr im Gegensatz zu 2000 kein sportliches Großereignis stattfinde und der Impuls aus der Ende August anstehenden Funkausstellung erst zu Weihnachten komme. Der Preisverfall, der bei Fernsehern der mittleren Preisklasse besonders stark ist, lässt das erwartete Plus beim Umsatz mit Fernsehern allerdings auf 0,6 % schrumpfen. Im Vorjahr wurden in Deutschland für 5,6 Milliarden Mark Farbfernsehgeräte verkauft, ein Plus von 1,9 %. Einen starken Preisverfall registriert der Verband ebenfalls bei Videorecordern und Schnurlostelefonen.

Besser sieht es bei privat genutzten PC aus. Hier lag der Zuwachs beim Umsatz mit 25,4 % über dem Absatzplus von 12,1 %. Dies begründet der Verband mit der besseren Ausstattung der Computer und den höheren Ansprüchen an die Qualität. Für 2001 erwartet der Verband einen Absatz von 5,4 Millionen PC, was ein Plus von 18 % bedeutet. Bergenthal sieht immer noch eine Ausweitung des privaten PC-Markts, denn erst 40 bis 45 % der Haushalte hätten einen PC.

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