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DVFA: Instrument zur Performancemessung im Research entwickelt

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) und der europäische ...

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) und der europäische Analystenverband EFFAS unterstützen ein neuartiges Messsystem, mit dem die Performance von Analystenempfehlungen gemessen werden kann. Auf einer Informationsveranstaltung der DVFA am 11. 11. 2003 in Frankfurt am Main wurde ISfA, das "Information System for Analysts", vorgestellt. Das System ermöglicht erstmals einen objektiven Vergleich der Performance von Empfehlungen einzelner Analysten und Research-Abteilungen. Die europäische Dachorganisation der Analystenvereinigungen EFFAS hat ISfA zwischenzeitlich zu ihrem Standard der Performancemessung erklärt. EFFAS vertritt ca. 15 000 Mitglieder in 19 Nationen.
"Das System ISfA unterscheidet sich von den bisher insbesondere im angelsächsischen Raum stark vermarkteten Systemen vor allem dadurch, dass es nicht auf die oberflächliche Betrachtung von Kursprognosen beschränkt bleibt", sagt Markus Plümer, Leiter Aktienresearch der WestLB und Mitglied des DVFA-Vorstands "Vielmehr trägt die ISfA-Methodik der Komplexität der Aufgabenstellung ,Finanzanalyse' Rechnung, indem explizit das Mandat eines Analysten die Basis der Bewertung bildet". So wird laut Plümer festgestellt, wie die einzelnen Empfehlungen interpretiert werden, ob also die Empfehlung relativ zu einem Index gesehen wird oder ob sie absolut gegenüber Cash oder sogar risikoadjustiert ist.
Der ISfA-Standard basiert zum einen auf einem theoretischen Regelwerk, zum anderen auf dessen Umsetzung in einer Software. Die ISfA-Methodik orientiert sich am Mandat des Analysten. Dies können z.B. diejenigen Aktien sein, die ein Analyst untersucht, also dessen Aktienuniversum. Diese Titel werden vom System wahlweise zu gleichen Teilen oder nach ihrem Börsenwert gewichtet.
Indem der Analyst zu den von ihm untersuchten Titeln Empfehlungen ausgibt, verfolgt er eine aktive Anlagestrategie. So hat etwa eine Kaufempfehlung zur Folge, dass ein Teil des Index bzw. Cash verkauft wird, um den Kauf zu finanzieren. Im Unterschied zur aktiven Strategie lässt eine passive Strategie die Zusammensetzung des Ursprungsportfolios unverändert. Der Mehrwert aller Empfehlungen des Analysten entspricht nun der Differenz zwischen aktiver und passiver Strategie. Dieses Resultat kann das ISfA-System als absolute, relative oder risikoadjustierte Größe ausdrücken.
Das ISfA-System misst den Analysten anhand einer eindeutigen Aufgabenstellung. Als Messinstrument für den von Analysten geschaffenen Mehrwert ist der ISfA-Standard naturgemäß auch als wichtiger Parameter des Vergütungssystems geeignet, mit dem Analysten künftig in Abhängigkeit vom finanziellen Erfolg ihrer Empfehlungen entlohnt werden können - ein entscheidender Schritt zum Abbau von Interessenkonflikten.
Neben dem Erfolg der eigenen Analyse können Banken, Fondsgesellschaften und Asset Manager mit Hilfe des ISfA-Systems ebenfalls den Mehrwert der von internationalen Brokern gegebenen Empfehlungen systematisch messen. ISfA ermöglicht eine Qualitätssteigerung der eigenen Analyseabteilung, indem ihr Stärken-/Schwächen-Profil identifiziert und ein Vergleich mit der Konkurrenz angestellt werden kann. Für das Marketing können die Institute den Leistungsausweis des Research (Sell-Side wie Buy-Side) kommunizieren, indem die Performance durch ein unabhängiges ISfA-Zertifikat beglaubigt wird.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 01.12.2003

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