DWS und Activest starten neuartige Produkte
Investmentfonds wagen sich an Instrumente der Hedge-Funds

Klassische Investmentfonds versuchen sich an "alternativen" Strategien, die bisher vor allem Hedge-Funds vorbehalten waren. Dabei greifen die Fondsgesellschaften tief in die Anlage-Trickkiste.

fw DÜSSELDORF. Die Fondsgesellschaft DWS bringt einen neuen Fonds mit dem Namen "DWS Vola Strategy" auf den Markt. Praktisch gleichzeitig startet die Konkurrentin Activest mit dem "Activest Lux Total Return". Zwei Fonds, zwei verschiedene Konzepte, aber ein Trend: Klassische Investmentfonds versuchen sich an "alternativen" Strategien, die bisher vor allem Hedge-Funds vorbehalten waren. Dabei greifen die Fondsgesellschaften tief in die Anlage-Trickkiste und wollen sich an ihrem absoluten Erfolg (absolute return) messen lassen - also nicht daran, ob sie einen Index schlagen. Als Zielmarke für die Rendite haben beide Fonds 7 % angesetzt - und zwar unabhängig davon, ob die Aktien steigen oder fallen. Bisher waren derartige Strategien für Kleinanleger in der Regel nur über Zertifikate umzusetzen.

"Die Grenze zwischen klassischen Investmentfonds und Hedge-Funds weicht auf. Grundsätzlich finden wir das gut", sagt Joachim Meyer von der Beratungsfirma Fonds-Consult. Auch Iris Albrecht von der Vermögensverwaltung Fonds-Kapital begrüßt den neuen Trend. Die Fondsgesellschaft Dit hat nach Aussage eines Sprechers das Thema "absolute return" auch "auf dem Schirm", aber noch kein spezielles Produkt dazu.

Ähnlich wie bei Hedge-Funds gibt es bei diesen neuen Fonds große Unterschiede in der Strategie. Die DWS setzt auf den Optionsmarkt, der Prospekt liest sich wie ein Lehrbuchartikel über Puts, Calls, Straddles und andere "Tools", die stets auf Kurswetten hinauslaufen. In der Anfangsphase will das Management vor allem als Verkäufer von Optionen Geld verdienen.

Activest verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Dort werden aus Aktien und Anleihen acht verschiedene Anlageklassen definiert, zwischen denen die Gesellschaft sich frei bewegen kann. Die Strategie lautet dabei "Take profit/stopp loss", also kurzfristig Gewinne mitnehmen oder bei negativem Trend gleich wieder aussteigen.

Offen bleibt die Frage, wie gut derartige Fonds in der Praxis laufen. Meyer von Fonds-Consult warnt generell vor "Hedge-Funds light", die letztlich doch nicht das volle Instrumentarium zur Verfügung haben. Auch bei Fonds-Kapital möchte man erst einmal abwarten, ob sich die neuen Produkte bewähren. "So groß ist die Erfahrung der deutschen Fondsmanager auf diesem Gebiet ja nicht", sagt Iris Albrecht. Bisher setzt sie schon, stets nur als Beimischung, den Fonds Optix Protect der österreichischen Gesellschaft Absolute Plus ein, der zu rund 90 % in Rentenpapiere investiert und mit dem Rest Optionsgeschäfte macht. "Der Fondsmanager Nicholas M. Benachi ist über 60 Jahre alt und kennt die Terminmärkte sehr gut und sehr lange", betont sie.

Meyer von Fonds Consult sieht, dass sich mehr und mehr eine ganz neue Struktur in der Vermögensanlage durchsetzt - vor allem bei institutionellen Großinvestoren. "Im Extremfall werden die klassischen Märkte einfach durch Indexprodukte abgedeckt und dann zur Risikostreuung zusätzlich alternative Produkte eingesetzt", sagt er. Immer mehr Fondsgesellschaften suchten daher Hedge-Funds als Partner oder versuchten, Teams bei ihnen abzuwerben.

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