DZ Bank:
Es steckt noch mehr Kraft im Euro

Der Euro hat am Freitag bei 1,0240 Dollar ein neues Jahreshoch markiert. Fundamental gibt es laut Händlern wieder geopolitische Sorgen hinsichtlich des Irak, die den Greenback schwächten.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung hat laut Analyst Ulrich Wortberg von der DZ Bank das zyklische Hoch vom 11. November bei 1,0175 Dollar überwunden. Gleichzeitig sind die Widerstandslinien des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals sowie des flach verlaufenden Abwärtstrends von Juli diesen Jahres überschritten worden. Der Test des Jahreshochs bei 1,0220 Dollar sei erfolgreich verlaufen. Neben den überwundenen Widerständen sprächen aber auch die intakten Aufwärtstrends sowie die Indikatorenlage im Tageschart zugunsten des Euro.

Nur die kurzfristigen Chartbilder signalisierten durch eine überkaufte Marktlage, dass die Dynamik nach oben nachlassen könnte. Nach Überschreiten der Marke von 1,0220 Dollar kann der nächste nennenswerte Widerstand laut Wortberg erst bei 1,0300 Dollar ausgemacht werden.

Londoner Händler meinen hingegen, zunächst rückte das 35-Monats-Hoch von 1,0270 in den Fokus. Nach unten sollte die Marke von 1,0100 Dollar erste Unterstützung liefern, so die DZ Bank. Entscheidend sei aber der Bereich von 1,0055/75 Dollar. Hier lägen das Kurstief des Vortages sowie die Unterstützungslinie des kurzfristigen Aufwärtstrends. Insgesamt sei das Handelsvolumen recht gering, das erhöhe das Aufwärtspotenzial des Euro.

Laut Antje Praefcke von der Helaba setzten vor allem die US-Arbeitsmarktzahlen vom Donnerstag den Greenback unter Druck. Diese hätten signalisiert, dass die amerikanische Wirtschaft immer noch mit erheblichen Strukturproblemen kämpfe.

Kaum Unterstützung bieten dem Dollar die aktuellen Daten zum US-Leistungsbilanzdefizit im dritten Quartal. Wie ebenfalls gestern bekannt wurde, ging das Defizit zwar von revidiert 127,6 Mrd. Dollar im zweiten Quartal auf 127 Mrd. Dollar im dritten Quartal zurück, blieb damit aber in der Nähe eines Rekordhochs. Ökonomen hatten zuvor mit einem Anstieg des Defizits auf 132 Mrd. Dollar gerechnet. "Der Dollar befindet sich in einer langfristigen Sinkphase wegen des Leistungsbilanzdefizits", kommentierte Michael Woolfolk, Devisenstratege bei der Bank of New York.

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